Der Schatz auf Pagensand

Schatzsuche auf der Elbe!

Autor: Uwe Timm
Übersetzer: ./.
Illustrator: Uwe Timm

Klappentext: „Als Benno, Georg, Jan und Jutta heimlich mit einem alten Segelboot aufbrechen, um auf einer der vielen unbewohnten Inseln einen längst vergessenen Schatz zu heben, werden sie in immer abenteuerlichere Geschehnisse verwickelt. Mit zahlreichen Karten und einem zusätzlichen Spezialauftrag des ›Königs von Albanien‹ unterwegs, kommen ihnen sogar ein paar schießwütige Ganoven in die Quere. Doch damit nicht genug: Vor Pagensand erleiden die Vier Schiffbruch und müssen plötzlich völlig auf sich gestellt um ihr Überleben kämpfen. Da machen sie eine folgenschwere Entdeckung…“

Hauptpersonen:

  1. Benno: ….
  2. Georg: ….
  3. Jan: ….
  4. Jutta: ….

Ort: in der Schule, im Segelboot auf der Elbe.
Zeit: Heutige Zeit.

Eine Leseprobe:

„Drei Wochen vor den großen Ferien kam Schaper, unser Deutschlehrer, in die Klasse und verteilte die Aufsatzhefte. Es war die letzte Arbeit vor Notenschluss. Zuerst verteilte er die Einser.

Sehr gut, Renate, sagte er.

Dann kamen die Zweier, dann die Dreier, Jan und ich bekamen unsere Hefte, dann die Vierer, Schaper warf Georg das Heft auf die Schulbank und so ging es weiter, die Fünfer kamen, bis schließlich nur noch ein Heft übrig blieb und jeder wusste: Das ist das Heft von Benno. Der saß da und ahnte natürlich auch, was da auf ihn zukam. Eine Sechs. Und das hieß, er würde sitzen bleiben, endgültig, und damit musste er von der Schule abgehen.

Schaper hatte Lieblinge in der Klasse. All jene, die nie nämlich mit h schrieben, die zu ihm hochsahen, ab und zu mit dem Kopf nickten und auch dann laut lachen konnten, wenn er seine Witze über die Schüler riss, die er nicht mochte. Zu den Schülern, die er nicht mochte, gehörte von Anfang an Benno.

So, sagte Schaper, jetzt zu dir, er hielt das Heft mit den Fingerspitzen hoch wie eine stinkende Socke. Na, was denkst du, was das ist?

Ein Heft, sagte Benno.

Wir lachten, sogar die Lieblinge von Schaper lachten.

Werd nicht frech. Was hast du wohl für eine Note bekommen?

Eine Sechs.

Sehr gut. Aber deine Frechheiten werden dir noch vergehen. So, sagte er genüsslich zur Klasse, das Thema hieß doch »Unser Garten«. Oder täusche ich mich?

Jetzt will ich euch mal eine kleine Kostprobe vorlesen: »Die Kinder waren nachmittags wieder in den Garten gegangen. Die Büsche standen ganz dicht. Am Boden wuchs hoher Farn. Lianen hingen wie im Dschungel von den Bäumen. Sie gingen dem Schrei eines Paradiesvogels nach. Plötzlich merkten sie, dass sie sich verirrt hatten. ›Was machen wir jetzt?‹, fragte Andrea ihren Freund Otto.«

Schaper blickte hoch und in die Klasse. Tja, was hat der gute Otto da wohl gesagt? Er wartete darauf, dass gelacht wurde. Und tatsächlich lachten einige: die Schleimer.

Ist das nicht herrlich, sagte Schaper, kann man doch nur neidisch werden über den tropischen Garten, den ihr offenbar zu Hause habt. Das war richtig gemein, denn Schaper wusste, dass Bennos Eltern keinen Garten hatten. Die wohnten in einer kleinen Etagenwohnung. Der Vater von Benno war bei den Hamburger Elektrizitätswerken beschäftigt. Er las in den Häusern die Stromuhren ab.

Und dann die Fehler, fuhr Schaper fort, alle Übungen der letzten Wochen umsonst. Wisst ihr, wie er Dschungel geschrieben hat? Er schrieb es an die Wandtafel. Schungell. Wieder wurde gelacht.

Ich sah zu Jan hinüber, der schüttelte nur den Kopf.

Georg meldete sich. Georg hatte nicht mitgelacht.

Was denn? fragte Schaper unwirsch.

Ich denke, sagte Georg, Benno hat etwas anderes gemeint. Wie soll ich sagen, er hat einen Garten beschrieben, den es gar nicht gibt. Aber es wäre doch toll, wenn es so einen gäbe.

Unsinn, sagte Schaper, setzen.

Georg setzte sich mit finsterem Gesicht hin.

Jan meldete sich und fing sofort an zu reden: Mir hat das gut gefallen, was Sie da vorgelesen haben, und den Dschungel interessiert es doch nicht, wie er geschrieben wird.

Den Dschungel nicht, aber mich, und du hältst jetzt deinen vorlauten Mund!

Schaper ging durch die Reihen, klatschte Benno das Heft auf die Bank und sagte: 43 Fehler. Jetzt ist es klar, du gehst dahin zurück, wo du hingehörst, auf die Volksschule.

Hätte Benno in dem Aufsatz eine Vier geschrieben, dann hätte er eben noch die Kurve gekratzt. Aber jetzt, mit diesem letzten Aufsatz, kurz vor den großen Ferien, stand es fest, er bekam in Latein und Deutsch eine glatte Fünf.

Nach der Schule gingen Georg, Jan, Benno und ich wie immer noch ein Stück gemeinsam, bis zu der Haltestelle, wo ich den Bus nehmen musste.

Weißt du, versuchte Jan Benno zu trösten, ich fand das, was du geschrieben hast, viel besser als das, was ich geschrieben habe. Großes Ehrenwort.

Und zum Fußballspielen können wir uns ja immer noch treffen.

Ja, sagte Benno, aber man merkte, er war mit seinen Gedanken ganz woanders, und dann sagte er noch: Ich wäre jetzt gern irgendwo, wo mich keiner kennt.

Wirst du es deinen Eltern gleich sagen?

Ich glaube ja.

Ist immer besser, so was gleich zu sagen und nicht lange zu warten.

Ja. Bis morgen. Er ging weg, schnell, fast lief er. …“

Inhaltsangabe::

„Das Buch »Der Schatz auf Pagensand« beginnt als Schulgeschichte mit einem uneinsichtigen Pauker, Herrn Schaper, der nicht gewillt ist, für Fantasie und Einfallsreichtum im Aufsatz gute Noten zu erteilen. Wie hätte Herr Schaper gestaunt, wenn er zum Ferienbeginn zusammen mit den vier Freunden auf der alten Jolle in See gestochen wäre. Eigentlich sind die vier aufgebrochen, um den legendären Schatz des Seeräubers Störtebeker, der vor 500 Jahren die Hamburger Schiffe gekapert und dabei unermessliche Schätze erbeutet hatte, bis sein Schiff in der Elbmündung kenterte, zu heben. Wie es dann dazu kommt, dass sie den ›Königs von Albanien‹ und seine 4-beinige Leibwache kennen lernen, einen Schiffbruch auf der Elbe nur knapp überleben, wie Robinson Crusoe einige Tage auf einer unbewohnten Insel festsitzen und gefährliche Kokain-Schmuggler der Polizei übergeben – das hätte sich der verknöcherte Schulmeister noch nicht einmal träumen lassen.“

Eigene Meinung / Fazit:

Eine amüsante Schulgeschichte und Abenteuergeschichte.

Beurteilung des Buches:

Pressestimmen:

  • Rheinischer Merkur: „Eine spannende Geschichte, die belehrt, ohne mit dem Zeigefinger auch nur zu zucken: Dafür braucht es einen Autor wie Uwe Timm, der schnörkellos, witzig und spannend zu erzählen weiß.“
  1. witzig.
  2. spannend.

Lesealter: 12 – 14 Jahre.
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2000).
Seitenanzahl: 176 Seiten.
Bindung: Taschenbuch.
ISBN-10: 3-423-70593-0.
ISBN-13: 9-783423-705936.
Preis: EUR 5,95.


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