Produkt-Entwicklung

Lean & Agile

Autor: Joachim Pfeffer

Klappentext:

„Agile Ansätze, allen voran das Rahmenwerk Scrum, haben in der IT einen unvergleichlichen Siegeszug angetreten und großflächig konventionelle Entwicklungsprozesse verdrängt. Die neuen, teambasierten, selbstorganisierten, produktfokussierten Vorgehensweisen erlauben durch schrittweise inkrementelle Entwicklungszyklen eine hohe Flexibilität bei dynamischen bzw. unklaren Anforderungen oder technologischen Unwägbarkeiten. Über die Entwicklung von Software in technischen Systemen drängen diese Ansätze mehr und mehr in die Bereiche der Produkt- und Systementwicklung mit mechanischen und elektronischen Anteilen.

Auch in diesen Märkten profitieren Firmen von der neuen Denkweise, nicht nur von der iterativen Vorgehensweise, vor allem auch durch das neue Denken und die ständige Optimierung der Organisation durch die agile Produktentwicklung. Die Ansätze von Scrum & Co. sind auf den ersten Blick nur schwer vereinbar mit den langen Produktions- und Lieferzeiten sowie den normativen Anforderungen bei physischen Produkten. Dennoch gibt es unzählige erfolgreiche Umsetzungen für agile Systementwicklung, von der Nockenwelle bis zum Jagdflugzeug.

Dieses Buch bietet einen Praxisleitfaden für die agile Entwicklung von physischen Produkten und behandelt unter anderem die folgenden Themen:

  • Diskussion verschiedener agiler Rahmenwerke für die Produktentwicklung
  • Was muss angepasst werden, was darf nicht angepasst werden?
  • Physische Produktinkremente in kurzen Zyklen erstellen
  • Umgang mit Liefer- und Produktionszeiten
  • Anbindung von internen und externen Lieferanten und Experten
  • Teamzuschnitte: Crossfunktionale Teams, verteilte Teams
  • Backlogs: Hierarchien und Inhalte
  • Umgang mit funktionaler Sicherheit und Automotive SPICE
  • Einbindung agiler Ansätze in bestehende Prozesslandschaften
  • Projektpraxis: Umgang mit Deadlines, Puffer, Priorisierung
  • Beispiele für die Umsetzung

Auszug aus dem Inhalt:

  • Teil I:
    Grundlagen
    Motivation für Lean/Agil
    Lean Production
    Engpasstheorie
    Lean Development
    Scrum
    Kanban
    Menschen und Teams
  • Teil II:
    Herausforderungen
    Definition des Produkt-Inkrements
    Vergleich zu Inkrementen bei der Software
    Reduzierung von Zykluszeiten
    Management und Leadership
    PEP und Unterstützungsprozesse
    Prozessreifegradmodelle
    Funktionale Sicherheit
  • Teil III:
    Umsetzung
    Auswahl des Konzepts
    Scrum-Teams
    Kanban-Teams
    Umsetzung auf Wertstromebene
    Planen und Verfolgen
    Schnittstellen zu Kunden und Lieferanten
    Lernen auf Team und Organisationsebene
    Portfolio Management
    Einladungsbasierte Organisationsentwicklung

Extra: E-Book inside
Systemvoraussetzungen für E-Book inside: Internet-Verbindung und Adobe-Reader oder E-Book-Reader bzw. Adobe Digital Editions.“

Presseinformation des Verlags:

„Scrum, Kanban und Co sind längst aus der Welt der Softwareentwicklung ausgebrochen: Von Nockenwellen über Maschinen und Halbleiter bis hin zu Flugzeugen – immer mehr Unternehmen profitieren von Konzepten wie Lean Development oder agile Produktentwicklung. Dieses Buch stellt dar, wie Lean Development und agile Ansätze zur Entwicklung von physischen Produkten erfolgreich eingesetzt werden können.“

Eine Leseprobe:

Vorwort

„Schon wieder ein Buch über agile Entwicklung? Ich hoffe, dieses ist anders. Es soll das Buch sein, das ich bei meinem täglichen Bestreben, agile Ansätze bei der Entwicklung von physischen Produkten zu etablieren, all die Jahre vermisst habe. Die Grundkonzepte war mir aus meiner Zeit in der Softwareentwicklung vertraut, dennoch stellten sich mir unzählige Fragen, als ich Ende der 2000er Jahre wieder in meiner eigentlichen Tätigkeit, der Elektronikentwicklung tätig war und mir bekannte und neu aufkommende Ansätze bei der Entwicklung mechatronischer Produkte einsetzen wollte. Alle Bücher auf dem Markt bezogen sich damals auf den Einsatz agiler Ansätze in der Software-Entwicklung bzw. der IT. Diese Situation hat sich bis heute kaum geändert. Die wenigen Bücher, die zu agiler Produktentwicklung auf dem Markt sind, habe ich als zu philosophisch empfunden bzw. zu wenig konkret, um für mich oder meine Kunden daraus etwas für die konkrete Umsetzung von agiler Produktentwicklung und der täglichen Herausforderung damit etwas mitzunehmen. So habe ich 2016 damit begonnen, aus den damaligen Projekten inspiriert, ein Buch über den Einsatz von Kanban in der Mechanik- und Elektronikentwicklung zu schreiben. Parallel dazu hatte ich im Rahmen meiner Beratungstätigkeit die Möglichkeit, bei immer mehr Projekten meine Kunden dabei zu unterstützen, physische Produkte agil zu entwickeln. Darunter waren interessante Anwendungen wie Nockenwellen, Brennstoffzellen, Leuchtdioden und natürlich vielerlei Steuergeräte in der Automobilindustrie. Nachdem ich anfänglich sehr auf Kanban fokussiert war, habe ich mich in dieser Zeit mit dem mir aus der Software-Entwicklung vertrauten Scrum erneut immer mehr angefreundet. Kanban erscheint in diesen Branchen einfacher umzusetzen, Scrum verfolgt jedoch aus meiner Sicht einen sehr viel konsequenteren Teamgedanken und entfacht eine andere Energie, um Menschen gemeinsam ins Ungewisse aufbrechen zu lassen. So wurde über die Zeit aus einem Kanban-Buch ein Buch für die agile Produktentwicklung, welches Kanban und Scrum gleichermaßen enthält. Dabei war es mir wichtig, dem Leser so viel wie möglich konkrete Anleitung mit an die Hand zu geben – wie gesagt, es soll das Buch sein, welches ich immer vermisst habe.

Dieses Buch enthält also meine Sicht auf die Dinge und wie ich Veränderungsvorhaben in der agilen Produktentwicklung angehe. Das mag vielleicht den einen zu wenig konsequent agil sein, andere würden manche Aspekte der Agilität anders interpretieren, und vielleicht enthält das Buch auch Dinge, die ich einfach falsch verstanden habe. Auch wenn es aus meinem Marktverständnis heraus das erste Buch seiner Art ist, geht es mir nicht darum, ein Grundlagenwerk mit Absolutheitsanspruch zu schaffen, sondern einen Beitrag zur Diskussion über den Einsatz agiler Ansätze in der Produktentwicklung zu leisten.

Um in diesem Buch den Fokus auf die praktische Umsetzung hochzuhalten, habe ich den ausführlichen Grundlagenteil in ein eigenes Buch herausgelöst, das ich auch als Handout für meine Grundlagentrainings verwende [Pfeffer 2019], und habe hier im ersten Buchteil eine kurze Übersicht über die zugrunde liegenden Konzepte zusammengestellt. Bedanken möchte ich mich bei Dolores Omann, die einige meiner bisherigen Bücher lektoriert und mir auch bei diesem Buchkonzept mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat, auch wenn sie nicht offiziell involviert war. Weiterer Dank geht an Michael Klein, Miriam Sasse und Sebastian Schneider für die kritische Diskussion meiner Gedanken in diesem Buch. Zuletzt auch noch ein großes Dankeschön an Brigitte Bauer-Schiewek vom Hanser Verlag, die dieses Projekt stets mit professioneller Coolness und viel Humor begleitet hat (»ich habe Ihnen ein paar Cover-Vorschläge zugemailt. Rufen Sie einfach an, falls mehr Katzen drauf sollen«).

Westerland, Sylt, im Herbst 2019
Joachim Pfeffer“

5 Verkürzung von Zykluszeiten

„Eine Verkürzung der Zykluszeit für einen Entwicklungszyklus, also von der Spezifikation bis zur Auslieferung, verringert direkt die entstehenden Verzögerungskosten, in die alle bisher genannten Vorteile wie früheres Feedback einfließen. So naheliegend eine Neudefinition des Inkrements wie im vorigen Kapitel beschrieben ist, so schwer ist es auch für viele, sich eine nennenswerte Verkürzung der Zykluszeit vorzustellen. Oft sind hier die Grenzen fest verankerte Glaubenssätze und nicht die Technologie selbst. Die weit verbreitete »First time right«-Kultur trübt die Sicht auf das, was möglich ist. Meine Erfahrung: Das Wichtigste zur Verkürzung der Zykluszeit ist ein fester Wille, dies auch zu tun. Dies wird Geld kosten und viele etablierte Abläufe und Prozesse verändern.

Die vorherrschenden Zykluszeiten setzen sich aus folgenden beiden Aspekten zusammen:

  1. Prozesszeiten: Wie viel Arbeitszeit müssen Sie für das nächste Inkrement investieren?
  2. Liegezeiten: An welchen Stellen auf Ihrem kritischen Pfad wird nicht an Ihrem Inkrement gearbeitet?

Um die Prozesszeiten verringern zu können, werden Sie Architekturen und Technologien verändern müssen. Um die Liegezeiten zu verringern, werden Sie Ihre Arbeitsweise und Organisation verändern müssen. Beides kann nicht über Nacht geschehen. Welcher Aspekt den größten Hebel hat, lässt sich nicht pauschal sagen. Dies hängt von Ihrem Produkt und Ihrer Organisation ab. In diesem Kapitel gehe ich auf die »üblichen Verdächtigen« ein und beziehe dabei bewusst eine extreme Position für eine wirklich agile Systementwicklung. Ob die damit verbundenen Konsequenzen hinsichtlich Architektur und verwendeter Komponenten für Ihr Produkt und für Ihren Markt erstrebenswert sind, können nur Sie selbst beurteilen.“


Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 01/2020: „…“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

Fazit:


„Agilität und Lean stimmen zufrieden:
Disruptive Zeiten zwingen die deutsche,
oftmals konservative Industrie zum Umdenken.
Moderne Arbeitsmethoden wie Agile und Lean
finden ihren Weg deshalb immer häufiger
auch in Non-IT-Unternehmen,
etwa in Prozessen der Produktentwicklung.“

Johanna Leitherer,
arbeitet als freiberufliche Redakteurin, Journalistin und Texterin.
Seit Sommer 2017 schreibt sie für Springer Professional
über Marketing- und Vertriebsthemen.

Buchcover:

Produkt-Entwicklung: Lean & Agile - von Joachim Pfeffer ist erschienen in der Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Produkt-Entwicklung: Lean & Agile – von Joachim Pfeffer ist erschienen in der Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG


Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & CO. KG, (9. Dezember 2019).
Seitenanzahl: 275 Seiten.
Bindung: Gebundene Ausgabe.
ISBN-10: 3-446-45908-1.
ISBN-13: 978-3446-45908-3.
Preis: EUR 59,99.

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