Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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Autorin: John Green

Klappentext / Innenseite:

„Hazel Grace und Augustus lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennen. Was hier beginnt, ist eine der ergreifendsten und schönsten Liebesgeschichten der Literatur.

»Wer hier nicht weint und nicht lacht, fühlt wohl schon lange nichts mehr … Das ist kein Jugendbuch, sondern Literatur für alle – anmutig, komisch, kostbar.«
Werner Bartens, Süddeutsche Zeitung

»Poetisch, skurril, traurig und lustig zugleich.«
Marietta Slomka, heute journal

»Krebsbücher sind doof«, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.“

Presseinformation des Verlags:

„…“

Eine Leseprobe:

Kapitel eins

Im Winter meines siebzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte, wahrscheinlich, weil ich kaum das Haus verließ, viel Zeit im Bett verbrachte, immer wie, der dasselbe Buch las, wenig aß und einen großen Teil meiner reichlichen Zeit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken.

In jeder Krebs-Broschüre oder Website oder Infoseite zu dem Thema werden Depressionen als Nebenwirkung von Krebs genannt. Doch in Wirklichkeit sind Depressionen keine Nebenwirkung von Krebs. Depressionen sind eine Nebenwirkung des Sterbens. (Auch Krebs ist eine Nebenwirkung des Sterbens. Eigentlich ist fast alles eine Nebenwirkung des Sterbens.) Aber meine Mutter glaubte fest, dass ich eine Therapie brauchte, und deshalb brachte sie mich zu meinem Hausarzt Dr. Jim, der ihr bestätigte, dass ich bis zum Hals in einer lähmenden und absolut klinischen Depression steckte und dass meine Medikamente neu eingestellt werden müssten und ich außerdem einmal die Woche eine Selbsthilfegruppe besuchen solle.

Die Selbsthilfegruppe bestand aus einer wechselnden Besetzung von Jugendlichen in verschiedenen Stadien des tumorbedingten Unwohlseins. Warum wechselte die Besetzung? Noch so eine Nebenwirkung des Sterbens.

Natürlich war die Selbsthilfegruppe wahnsinnig deprimierend. …

Der Grund, aus dem ich zur Selbsthilfegruppe ging, war derselbe, aus dem ich Krankenschwestern mit einer gerade mal achtzehn Monate langen Ausbildung erlaubte, mich mit Medikamenten mit exotischen Namen zu vergiften: Ich wollte meine Eltern glücklich machen. Denn es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt. …

Ich wollte nicht mit dem Fahrstuhl fahren, weil der Fahrstuhl in der Selbsthilfegruppe so was Letztes-Stündlein-Mäßiges an sich hatte, also ging ich zu Fuß die Treppe runter. Dann nahm ich mir einen Keks, schenkte mir Limonade in einen Plastikbecher und drehte mich um.

Ein Junge starrte mich an.
Ich war mir ziemlich sicher, dass ich ihn noch nie gesehen hatte. Er war groß und schlaksig, sodass der kleine weiße Plastikstuhl der Sonntagsschule wie ein Zwergenstühlchen unter ihm wirkte. Sein Haar war kastanienbraun, glatt und kurz. Er war vielleicht so alt wie ich oder ein Jahr älter und saß mit provozierend schlechter Haltung da, Hintern an der Stuhlkante, eine Hand in der Tasche seiner dunklen Jeans.

Ich wandte den Blick ab, während mir mit einem Mal all meine tausend Schwächen bewusst wurden. Die alten Jeans, die ich trug, waren mal eng gewesen, aber jetzt flatterten sie an den falschen Stellen, und die Band auf meinem gelben T-Shirt fand ich schon lange nicht mehr gut. Und meine Haare: Ich hatte diesen Bubikopf, den man trägt, wenn man vorher eine Glatze hatte, und hatte mir nicht mal die Mühe gemacht, mich zu bürsten. Dazu kamen die grotesk aufgeblasenen Hamsterbacken, noch so eine Nebenwirkung der Behandlung. Ich sah aus wie ein normal gebauter Mensch mit einem Luftballon als Kopf. Von meinen geschwollenen Fesseln ganz zu schweigen. Trotzdem – als ich mich wieder umsah, klebte sein Blick immer noch an mir.

Zum ersten Mal verstand ich, warum es Augenkontakt hieß.

Ich ging in den Kreis und setzte mich neben Isaac, zwei Plätze von dem neuen Jungen entfernt.

Ich sah wieder in seine Richtung. Er beobachtete mich immer noch.

Also, ich sage es ganz offen: Der Typ war echt süß. Wenn man von einem nicht-süßen Jungen angestarrt wird, ist es im besten Fall peinlich und im schlimmsten Fall eine Form von Belästigung. Aber bei einem süßen Typen … naja. …

Der Junge beobachtete mich immer noch. Ich war kurz davor, rot zu werden.

Irgendwann beschloss ich, die richtige Strategie wäre zurückzustarren. Immerhin haben Jungs kein Monopol aufs Starren. Also sah ich ihn von oben bis unten an, …, und bald starrten der Junge und ich um die Wette. Nach einer Weile musste er grinsen, und dann endlich sah er mit seinen blauen Augen weg. Als er mich wieder ansah, zog ich die Brauen hoch, um ihm zu zeigen, dass ich gewonnen hatte. …“

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Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 02/2015: „Ein tränentreibendes und ernüchterndes Buch mit der schicksalhaften Thematik Krebs.”
  • Wochenspiegel, 30.12.2014: „Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.“
  • Neue Westfälische, 01.08.2014: „Ergreifend, frech, humorvoll und todtraurig.“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

Das Buch »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« beschreibt das Leben der 16-jährigen Hazel Grace Lancaster, die an Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge leidet, und des 17-jährigen Augustus Waters – auch »Gus« genannt, der durch Knochenkrebs (Osteosarkom) ein Bein verloren hat. Sehr emotional und intensiv werden die Gedanken und Gefühle der beiden krebskranken Jugendlichen geschildert, sodass der Leser erlebt, wie Krebs das Leben schon in jungen Jahren stark einschränkt und beeinflusst. Der Leser erfährt auch wie wichtig das Dasein der Eltern und Angehörigen beim Kampf um das Besiegen und Überleben der Krankheit ist.

Fazit:

Ein tragisches und zugleich aber auch humorvolles Buch über zwei krebskranke Teenager, die sich ineinander verlieben.

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„Wohl dem Menschen, wenn er gelernt hat, zu ertragen,
was er nicht ändern kann,
und preiszugeben mit Würde,
was er nicht retten kann.“

Friedrich Schiller – Johann Christoph Friedrich von Schiller – (1759 – 1805),
deutscher Dichter, Philosoph und Historiker.

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Buchcover:

Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green ist erschienen im Deutscher Taschenbuch Verlag

Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green ist erschienen im Deutscher Taschenbuch Verlag

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Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2014).
Seitenanzahl: 336 Seiten.
Bindung: Taschenbuch Ausgabe.
ISBN-10: 3-423-62583-X.
ISBN-13: 9-783423-62583-8.
Preis: EUR 9,95.


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