Prinsengracht 263

Die bewegende Geschichte des Jungen, der Anne Frank liebte.

Gegen das Vergessen.

Geschichte, begreifbar und lebendig gemacht.

Autor: Sharon Dogar
Übersetzerin: Elisabeth Spang
Illustrator: ./.

Klappentext: »Der 15-jährige Peter van Pels betritt das Hinterhaus. Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss. Die Welt, die durch den Naziterror immer enger geworden ist, reduziert sich von nun an auf vier kleine Zimmer und einen Dachboden. Peter ist Jude. Zwei Jahre lang wird er sich hier vor den Nazis verstecken – zusammen mit Anne Frank und ihrer beider Familien. Wer war Peter, den wir durch die Augen von Anne zu kennen glauben? Wie hat er gelebt zwischen Hoffnung und Enttäuschung, Sehnsucht und der grenzenlosen Angst, noch in letzter Sekunde verraten und entdeckt zu werden?

Sharon Dogar zeichnet Peters Leben nach, versucht ihm eine Stimme zu geben – in Form einer fiktiven Biografie, die sich auf historische Quellen stützt und sich eng anlehnt an das Tagebuch von Anne Frank.«

Thienemann Verlag: »Die meisten kennen sicherlich „Das Tagebuch der Anne Frank“, in dem das jüdische Mädchen die Jahre im Versteck vor den Nationalsozialisten im Amsterdamer Hinterhaus beschreibt. In diesem Tagebuch taucht auch immer wieder Peter van Pels auf, ein Junge, der die letzten zwei Jahre ebenfalls mit seiner Familie das Hinterhaus bewohnte. Er wurde kurz vor der Befreiung Hollands in das KZ Mauthausen1) verschleppt, wo er im Mai 1945 starb.

Die englische Autorin Sharon Dogar hat nun mit „Prinsengracht 263“ einen Roman geschrieben, in dem sie Peter van Pels erzählen lässt. Sie verknüpft dafür Fiktion und reale Fakten und nähert sich so mit viel Einfühlungsvermögen der Sicht von Peter an. Was könnte er gefühlt haben in der ständigen Angst, entdeckt zu werden, was war er für ein Mensch?

Sharon Dogars Buch ist in mehrere Sprachen übersetzt und auch nach Israel lizenziert worden. Als es im September 2010 in England und den USA erschien, löste es kontroverse Diskussionen darüber aus, was Fiktion darf.

Die Autorin sagt dazu: „Solch eine Neugestaltung kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Geschichte lebendig zu erhalten. Und wir können (so wie Anne Frank) versuchen, die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges für alle neuen Generationen lebendig zu schildern, damit diese hoffentlich nie vergessen, was Hass für verheerende Auswirkungen haben kann.“

Darum geht es:
Er wurde nur 18 Jahre alt. Der Junge, der von 1942 bis 1944 mit Anne Frank in einem Hinterhaus in Amsterdam lebte, starb 1945 an Entkräftung im KZ Mauthausen, kurz bevor die Amerikaner das Lager befreiten. Wer war dieser Peter van Pels, den Anne in ihrem berühmten Tagebuch beschrieb? Wie hat er selbst die Zeit in der Prinsengracht 263 erlebt? Sharon Dogar macht die Geschichte des Hinterhauses lebendig und fühlbar, aus einer ganz neuen Perspektive.«

Hauptpersonen:

  1. Peter van Pels: aus Anne Franks Tagebuch als Peter van Daan.
  2. Anne Frank: …
  3. Margot Frank: …
  4. Otto Frank: …
  5. Edith Frank: …
  6. Auguste van Pels: …

Ort: Holland.
Zeit: 19. Jahrhundert.

Eine Leseprobe TEIL 1: Das Hinterhaus – 13. Juli 1942 –:

»Ich renne durch die Straßen. Es ist früh am Morgen und die Sonne müht sich, durch den Nebel zu dringen. Meine Schritte hallen wider. Meine Gedanken rasen: Ich will nicht untertauchen. Ich gehe in kein Versteck – und schon gar nicht mit den Franks!

Ich weiß nicht, wo ich hingehen werde, ich weiß nur, dass ich das nicht kann. Ich halte es nicht aus, mit zwei Mädchen (vor allem nicht mit Anne Frank) und Mutti und Frau Frank in einer winzigen Wohnung eingesperrt zu sein! Bloß weil Vater geschäftlich mit denen zu tun hat, müssen wir sie noch lange nicht gern mögen! Lieber würde ich versuchen, mich auf den Straßen durchzuschlagen.

Meine Füße schlagen auf das Pflaster. Irgendwo hinter mir ertönt das Geräusch eines Motors. Ich weiß sofort, was es ist. Wir alle kennen das Geräusch – ein Militärauto.

Ich laufe langsamer, halte mich im Schatten. Für Juden ist immer noch Sperrstunde, aber ich sehe nicht wie ein Jude aus.

Gleich bin ich da.

Bei Lieses Haus.

„Liese.“

Ich flüstere ihren Namen. Stelle mir ihr Gesicht vor, ihre veilchenblauen Augen und ihr weiches dunkles Haar. Ich male mir aus, was sie wohl täte, wenn ich ihr erzähle, dass ich fortlaufe. Sie könnte mich umarmen, sie könnte sich mit mir ins Gras legen. Sie könnte …

Mein Name ist Peter van Pels. Ich bin knapp sechzehn Jahre alt. Ich gehe die steinerne Treppe hoch und drehe den Knauf der schmalen hölzernen Tür. Ich drücke sie auf und mache einen Schritt nach vorn. Die Tür fällt hinter mir zu.

Noch immer kann ich die Straße vor mir sehen und die weiche Sommerluft spüren. Frische Luft. Im Hinterhaus habe ich mich an Luft erinnert, so wie ich mich jetzt an den Geschmack von frischem Gemüse und den Klang fröhlichen Lachens erinnere. Wie an etwas, das man bereits verloren hat – und am besten vergisst. …«

Meinungen / Fazit:

Sharon Dogar: „Ich habe mir ausgemalt, wie Peter das Ganze aus seinem Blickwinkel erlebt haben könnte … Ich habe an den historischen Tatsachen des Lebens im Hinterhaus nichts verändert … Solch eine Neugestaltung kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Geschichte lebendig zu erhalten …“.

1)KZ Mauthausen: Das Konzentrationslager Mauthausen war das größte Konzentrationslager der Nationalsozialisten in den damaligen Donau- und Alpenreichsgauen, dem heutigen Österreich. Es befand sich in Mauthausen, 15 Kilometer östlich von Linz, und existierte vom 8. August 1938 bis zu seiner Befreiung durch US-amerikanische Truppen am 5. Mai 1945. Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers befindet sich heute eine Gedenkstätte.“

1) Quelle: wikipedia.org – KZ Mauthausen – Konzentrationslager Mauthausen

Beurteilung des Buches:

  1. anspruchsvoll.
  2. traurig.
  3. ergreifend.

Steht auf der Bücherliste 2012 vom JULIUS-CLUB.

Lesealter: 13 – 16 Jahre.
Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (15. Juli 2011).
Seitenanzahl: 368 Seiten.
Bindung: gebundene Ausgabe.
ISBN-10: 3-522-20124-8.
ISBN-13: 9-783522-201247.
Preis: EUR 18,00.

Das Haus, in dem Anne Frank versteckt wurde, kann in Amsterdam in der Prinsengracht 263 besichtigt werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.annefrank.nl

Das Haus, in dem Anne Frank versteckt wurde, kann in Amsterdam in der Prinsengracht 263 besichtigt werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.annefrank.nl

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