Sansibar oder der letzte Grund

Autor: Alfred Andersch

Klappentext:

„In einer kleinen Stadt an der Ostsee treffen zufällig sechs Gestalten zusammen: ›Der Junge‹; Gregor, der KPD-Funktionär; Judith, die Jüdin; am Ort selbst befinden sich der Pfarrer Helander; Knudsen, der Fischer und Kutterbesitzer; als letzter die Holzplastik des ›Lesenden Klosterschülers‹. Und diese sechs Gestalten haben kein anderes Anliegen, als Deutschland zu verlassen … Alfred Anderschs großes Buch von Sansibar ist ein Mißtrauensvotum ersten Ranges gegen unser behäbig aufgeblasenes ›Volk der Mitte‹.“

„1937 findet in dem Ostseestädtchen Rerik eine Gruppe von Leuten zusammen: der kommunistische Funktionär Gregor, die Jüdin Judith, der Fischer Knudsen, sein von Sansibar träumender Schiffsjunge und der Pfarrer Helander. Jeder für sich und gemeinsam für die bedrohte Skulptur »Der lesende Klosterschüler« von Ernst Barlach haben sie nur ein einziges Ziel: Deutschland zu verlassen. Sansibar oder der letzte Grund, 1957 als erster Roman Anderschs erschienen, ist ein moderner Klassiker.“

Presseinformation des Verlags:

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Eine Leseprobe:

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Produktionsorientiertes Schreiben:

„Knudsen trat ins Steuerhaus, der Junge ging nach unten und Judith setzte sich auf eine Taurolle am Mast. Der Motor begann zu tuckern. Sie hatte es geschafft. Endlich war sie aus Rerik herausgekommen. Und das, obwohl sie die Hoffnung auf die Flucht über die Ostsee schon längst aufgegeben hatte. Aber beinahe wäre auch aus diesem Fluchtplan nichts geworden. Nur Gregor hatte Knudsen durch diese Prügelei dazu bewegt, sie zu retten. Sie, eine Jüdin! Aber so ganz verstehe ich Gregor nicht, dachte sie. Er hat sich für mich geprügelt, dachte sie, obwohl ich das gar nicht verlangt habe. Und überhaupt: Warum hatte er ihr geholfen? Es war sein Plan gewesen, sie zu Knudsen mitzunehmen. Er hatte sie einfach so angesprochen. In der Kirche, als sie ihn gefragt hatte, ob er sie auch ohne die Figur retten würde, hatte er mit ›Ja‹ geantwortet. Das konnte nur bedeuten, dass er besondere Gefühle für sie gehabt hatte. Aber warum wollte er dann nicht mitfahren? Vielleicht weiß er einen anderen Weg. Es gibt bestimmt mehr Fluchtmöglichkeiten als über die Ostsee. Vielleicht will er aber auch gar nicht weg. Es kann mir schließlich egal sein, denn jetzt bin ich weg, dachte Judith. Jetzt bin ich weg, aber Mutter ist tot, dachte sie. Wie schön wäre es jetzt, mit ihr hier zu sitzen, das Meer und den Himmel zu betrachten und zu wissen, dass man in die Freiheit fährt. Ich habe nicht einmal ihr Bild mit nehmen können, dachte Judith voller Wehmut. Immerhin hatte sie jetzt Mutters Testament vollstreckt. Und in Schweden, dort würde alles besser werden. Sie würde nicht mehr verfolgt werden und könnte tun und lassen, was sie wollte. Vielleicht konnte sie dort einen Mann finden und Kinder kriegen und endlich ein normales Leben führen. Durch diesen Gedanken beruhigt und vom fortwährenden Tuckern des Motors müde geworden, fiel sie in einen leichten Schlaf.“

Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 04/2015: „…“
  • Max Frisch: „Was politisches Bewußtsein ist, was es hervorbringt (neben den biographischen Unkosten) bei einem Schriftsteller, zeigt uns das literarische Werk von Alfred Andersch: exemplarisch in seiner Spannweite bewußter und verbindlich-gelebter Widersprüche.“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

Fazit:

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„Es gehört sich, daß der Leser an ein zu lesendes Buch so herangeht,
wie der wohlerzogene Gast zu einem Gastmahl zu gehen pflegt.“

Erasmus von Rotterdam (1469 – 1536),
holländischer Theologe, Philologe und Humanist.

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Buchcover:

Sansibar oder der letzte Grund von Alfred Andersch ist erschienen im Diogenes Verlag

Sansibar oder der letzte Grund von Alfred Andersch ist erschienen im Diogenes Verlag

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Verlag: Diogenes Verlag, 11. Auflage (30. September 2006).
Seitenanzahl: 192 Seiten.
Bindung: Taschenbuch.
ISBN-10: 3-257-23601-8.
ISBN-13: 9-783257-23601-9.
Preis: EUR 9,90.

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