Das Geschäft mit der Sünde

Ablass und Ablasswesen im Mittelalter

Autor: Dr. Christiane Laudage

Klappentext:

„Wenn das Geld im Kasten klingt,
die Seele in den Himmel springt“

„Wenn das Geld im Kasten klingt – springt dann wirklich die Seele in den Himmel? Konnte man sich im Mittelalter mit einem Ablass das Seelenheil erkaufen? Gut lesbar werden die tief sitzenden Vorurteile rund um den historischen Ablass auf den Prüfstand gestellt und der Leser mitgenommen auf eine Entdeckungsreise in das Management des Jenseits im Diesseits. Der Band zeichnet die Entstehung von Ablass und Ablasswesen im Hochmittelalter sowie die Blütezeit in der spätmittelalterlichen Frömmigkeit nach und zeigt auf, wie ein aus dem Ruder gelaufenes Ablasswesen eine der Ursachen für die Reformation wurde und dennoch in der katholischen Kirche bis in die Gegenwart überdauerte.“

Presseinformation des Verlags:

Über das mittelalterliche Ablasssystem:
»Das Geschäft mit der Sünde« von Christiane Laudage /
neu bei Herder

»Das Geschäft mit der Sünde«:
Die Historikerin Christiane Laudage erzählt die Geschichte des
mittelalterlichen Ablasssystems in einem packenden Buch /
Jetzt im Herder Verlag

„Der Ablass, also das Reinkaufen von Sünde und Fegefeuer gegen bare Münze, gilt bis heute weitläufig als Geschichte des kalkulierten Betrugs durch die Kirche an den ahnungslosen Gläubigen, die mit den Ablassbriefen luxuriöse Kirchenbauten wie den Petersdom in Rom finanzierte. Mit den bekannten Folgen: Martin Luthers Protest gegen die römisch-katholische Kirche und die darauffolgende Reformation, die sich im kommenden Jahr zum 500. Mal jährt. Aber war das Ablasswesen tatsächlich ein verordneter Betrug? Was wollte Luther wirklich, als er sich gegen den Ablass wandte? Und wie hat sich das System der Buße in der Kirche historisch überhaupt entwickelt? In ihrem spannenden und großartig erzählten Buch »Das Geschäft mit der Sünde. Ablass und Ablasswesen im Mittelalter« geht die Historikerin Christiane Laudage diesen Fragen auf den Grund und beleuchtet das Ablasssystem, über das bis heute im Allgemeinen sehr wenig bekannt ist. Das Buch erscheint im Verlag Herder.

»Das Ablasswesen hat einen sehr schlechten Ruf, seit der Dominikaner Johann Tetzel durch die Lande zog und Martin Luther dem entgegentrat«, schreibt die Autorin Christiane Laudage im Vorwort über die Zielsetzung ihres Buches. »Wie die Gläubigen im Spätmittelalter bereits im Diesseits versuchten, Vorsorge für das Jenseits zu treffen, wird Thema dieses Buches sein. Die Leser sind eingeladen, sich auf eine Zeitreise zu begeben und mitzuerleben, wie über Jahrhunderte hinweg die Gläubigen versuchten, Trost im irdischen Leben und Hoffnung für das Leben nach dem Tod zu finden, denn der Ablass ließ sich mit den verschiedensten Formen der Frömmigkeit verbinden. Gleichzeitig diente er aber auch zur Finanzierung so unterschiedlicher Projekte wie dem Bau von Kirchen, Straßen, Brücken oder zur Armenspeisung. Und auch damals schon gab es gewiefte Kriminelle, die versuchten, den Gläubigen das Geld aus der Tasche zu ziehen.«

Bereits die junge Christengemeinde in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends nach Christi musste die Erfahrung machen, dass man nicht ohne Sünde leben kann. So entstand bereits sehr früh ein sehr komplexes Programm an Bußmethoden aus Beten, Fasten, Almosengeben oder die sogenannten Kanonischen Bußen, mit denen der Sünder seine moralischen Vergehen, aber auch Kapitalverbrechen wie beispielsweise Mord tilgen konnte. Im 11. Jahrhundert entsteht schließlich das Ablasswesen auf bischöfliche Initiative in Nordspanien und in Südfrankreich. Von der Peripherie der Kirche aus entwickelt es sich zum einflussreichen und ertragreichen System, mit dem später Kreuzzüge finanziert werden, aber auch der Bau von Hospitälern, Kirchen, Straßen oder Brücken. Dabei ist der weltliche Herrscher als Vermittler des Heils eine der treibenden Kräfte des Ablasses. Laudage zeichnet die historische und theologische Entwicklung und Verfeinerung des Ablasses vom Hoch- bis zum Spätmittelalter umfassend und kenntnisreich nach. Sie erklärt, warum es gerade das Ablasssystem war, das von Kritikern wie Johann Wyclif, Jan Hus oder schließlich Martin Luther aufgegriffen wurde und wie sich schließlich der Protest gegen den Ablass mit einer ungeheuren Dynamik entfaltete, die schließlich die Kirchenspaltung vollzog. Dabei hatte sich Luther vor allem aus einem rein theologischen Grund gegen den Ablass gewandt. Er hielt das Reinkaufen von Sünden für verzichtbar. Für ihn war nur das Evangelium, das Wort Gottes also, dazu fähig, den Menschen zu einer echten Buße zu verhelfen.

Laudage ist ein spannendes, umfassendes und verständlich geschriebenes Buch gelungen, das dem Leser in Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr helfen wird, den Ablass besser zu verstehen und das vorurteilsbehaftete Wissen über dieses jahrhundertealte Bußsystem zu korrigieren.“

Eine Leseprobe:

Teil 1 Von der Peripherie ins Zentrum

1. Wie alles begann

Das kirchliche Bußwesen im 1. Jahrtausend

„»Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?« (Röm 8,35) Nun, das war die Sünde. Die junge Christengemeinde musste die Erfahrung machen, dass es nicht möglich war, ein Leben ohne Sünde zu führen.1 Als Mittel dagegen bot sich die Trias von Beten, Fasten, Almosengeben (Arnold Angenendt) an, speziell Almosen galten als ein »Lösegeld für die Sünden«. Doch nicht jede Sünde konnte mit diesen Werken der Liebe bzw. Bußwerken getilgt werden; zur Buße der kapitalen Sünden (crimina capitalia) wie Mord, Abfall vom Christentum, Verehrung anderer Gottheiten (Götzendienst) und bestimmte sexuelle Praktiken wurde in der Antike und Spätantike ein spezielles, offizielles Verfahren praktiziert, das später als kanonische Buße bezeichnet wurde.

Die kanonische Buße

Das Verfahren lief in drei Stufen ab: Am Aschermittwoch trat der Sünder nach dem Bekenntnis der Sünden vor dem Bischof offiziell in den Büßerstand ein, buchstäblich in Sack und Asche. Damit er für jedermann als Büßer erkennbar war, reichte ihm der Bischof ein spezielles Büßergewand. Die Haare wurden abgeschnitten und der Büßer bestreute sein Haupt mit Asche. Während der Bußzeit waren Büßer zahlreichen Restriktionen unterworfen. So durften sie sich nur an bestimmten Plätzen in der Kirche aufhalten, nicht die Kommunion empfangen, kein öffentliches Amt übernehmen, mussten enthaltsam leben und durften keine Waffen tragen. Kurzum: Büßer waren »Christen minderen Rechts«. Die Bußzeiten konnten lange dauern (Knaben- und Tierschänder, Mörder und Giftmischer, Ehebrecher und Götzendiener – 30 Jahre2). Die Rekonziliation, also die Wiederaufnahme in die Gemeinde, erfolgte durch den Bischof am Gründonnerstag, in der Regel Jahre später. Lag der Sünder auf dem Sterbebett, wurde er noch vor dem Tod losgesprochen. …“

Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 11/2016: „…“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

….

Fazit:

….

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„Man lehre die Christen,
daß wer dem Armen gibt oder dem Bedürftigen leiht,
besser handelt, als wer Ablaß löst.“

Martin Luther (1483 – 1546),
deutscher Theologe und Reformator.

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Buchcover:

Das Geschäft mit der Sünde - Ablass und Ablasswesen im Mittelalter - von Dr. Christiane Laudage ist erschienen im Herder Verlag

Das Geschäft mit der Sünde – Ablass und Ablasswesen im Mittelalter – von Dr. Christiane Laudage ist erschienen im Herder Verlag

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Verlag: Herder Verlag (6. Oktober 2016).
Seitenanzahl: 352 Seiten.
Bindung: Gebundene Ausgabe.
ISBN-10: 3-451-31598-X.
ISBN-13: 978-3-45131598-5.
Preis: EUR 24,99.

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