Der alte Mann und das Netz

Mein Vater entdeckt das Internet

Autor: Christian Humberg

Klappentext:

Ein Rentner geht online – und sein Sohn hat keine ruhige Minute mehr

„»Da hab ich mich angemeldet. Ich geh jetzt ins Netz!« sprach Christian Humbergs Vater und machte sich auf den Weg zu einem Volkshochschulkurs zum Thema Computer. Um Himmels willen! Der alte Herr ist nicht nur fast 70, sondern außerdem jemand, der auf seinem eigenen DVD-Player die On-Taste nicht findet und das Handy mit dem größtmöglichen Display braucht. Außerdem hat er immer, überall und in jedem Fall recht. Und Christian, sein Sohn, soll dem sturen Esel helfen, die Orientierung nicht zu verlieren. Oder sie überhaupt erst einmal zu finden. Mit Startpunkt VHS beginnt für beide eine höchst amüsante Abenteuerreise quer durch dieses Internet. Erstaunlich, was da so alles schiefgehen kann. Eine Fehlermeldung ist quasi von Anfang an vorprogrammiert …“

Das Buch

„»Senioren ins Netz – Einführungskurs für neugierige Best Ager. Da haben wir uns angemeldet. Volkshochschule, acht Abende. Deine Mutter kommt auch mit. Damit ich im Kopf behalte, was ich da lerne.«

Seit Jahren spielt mein Alter Herr schon mit dem Gedanken, den Weg ins World Wide Web anzutreten. Zum Glück blieb es bislang bei sehnsüchtigen Blicken in die Prospekte der Elektronikmärkte, und mir war das immer ganz recht so. Schließlich weiß ich, wie ungeduldig und besserwisserisch mein Vater Horst, über 70, sein kann. Wie soll sich der Mann denn in der Welt der Viren und Phishing-Mails zurechtfinden? Im Reich der Trojaner und anderer Malware nicht verloren gehen? Wie erklärt man jemandem PayPal und Online-Banking, dem schon Kreditkarten zu neumodisch sind? Gibt es eigentlich auch Firewalls, die Rechner vor ihren Besitzern beschützen? Christian, 40 und Internet-Profi, stellt sich der Herausforderung – und so stürzen sich Vater und Sohn gemeinsam in eine ganz besondere Abenteuerreise!“

Der Autor

„Christian Humberg arbeitet seit Ende der Neunziger als freier Autor von Romanen und Sachbüchern für Kinder und Erwachsene sowie als Übersetzer und Lektor.“

Presseinformation des Verlags:

Wenn der Vater das Internet entdeckt: »Der alte Mann und das Netz« von Christian Humberg / Goldmann Verlag

In »Der alte Mann und das Netz« erzählt Christian Humberg darüber, wie sein störrischer Vater Horst auf seine alten Tage doch noch zum Internetprofi wurde / neu beim Goldmann Verlag

„Horst kann alles. Wirklich alles. Zumindest ist der selbstbewusste Rentner vom Niederrhein davon überzeugt. Auch wenn der ehemalige Chef eines Handwerksbetriebes mit der modernen Technik auf Kriegsfuß steht. „GPS“ hält er für einen Schlagersänger aus den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts und auch mit dem Internet hat Horst seine Probleme. Für ihn ist es Tummelplatz für Verbrecher, Betrüger und sonstige windige Vögel. Wie Horst trotzdem zum Internetprofi wurde, das erzählt Christian Humberg vergnüglich in »Der alte Mann und das Netz« – das Buch erscheint bei Goldmann.

„Oh, oh! Wie jetzt? Wirklich?“ Horsts Sohn, Christian Humberg, fällt aus allen Wolken, als sein Vater ihm eröffnet, einen VHS-Kurs in Sachen World Wide Web besuchen zu wollen. Der Kurs „Senioren ins Netz – Einführungskurs für neugierige Best Ager“ soll Horst mit E-Mails, Malware, Twitter oder Facebook vertraut machen und ihn für die geheimnisvolle Welt des Netzes wappnen. Dabei sind Fehltritte und Fehlermeldungen selbstredend schon programmiert.

Sohn Christian, selbst gewiefter IT-Checker, soll seinem störrischen Vater auf der Reise vom Computerfrischling zum Internetgott zur Seite stehen. Es versteht sich von selbst, dass Horst kein einfacher Schüler ist. Er ist stur, ungeduldig und ein überzeugter Besserwisser, dem die Kreditkarte bereits zu neumodisch war. Da er aber aus einer anderen Zeit kommt, hat er einen etwas, sagen wir, speziellen Zugang zum Futurismus des Internets. Dieser wird dem Leser im Anhang des Buches mit dem Wörterbuch „Horst – Netz, Netz – Horst“ präsentiert. So erklärt sich der typische Horst den „Rofl“ als einen verzeihlichen, „aber online massenhaft auftauchenden Schreibfehler. Und ein[en] im Netz erstaunlich häufig vorkommende[n] Vorname[n].“

Zusammen mit ein paar anderen schrägen Rentnern wie dem Exlandwirt Jupp begibt er sich in die Obhut der resoluten Kursleiterin Beate. Nach diversen Systemabstürzen und kläglichen Versuchen, Twitter sinnvoll zu benutzen („Bratkartoffeln Speck SchpShpSpiegelei und dazu ein großes Glas Bier“), stellt Christian ernüchtert fest: „Wochenlang habe ich mir Sorgen gemacht, das Netz könne meinen Vater überfordern. Aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Vielleicht hat das Netz meine Besorgnis weit eher verdient als er.“

Trotz aller Querelen, Hindernisse und Stolpersteine schafft es der PC-Novize schließlich sogar, die Welt es Netzes für sich zu erobern. Wie – das erzählt Humberg, der als Autor von Sach- und Kinderbüchern und Romanen bekannt wurde, in einer rasanten und urkomischen Geschichte, die nicht nur die Schwierigkeiten und Abgründe eines Generationenkonflikts und einer Vater-Sohn-Beziehung offenbart, sondern den Leser in einer zugänglichen und mitreißenden Art und Weise mit der Technik von Computern und des Internets vertraut macht. Unterhaltsame Wissensvermittlung at it‘s best, die allen, die sich mit dem Internet immer noch etwas schwertun, ein humorvolles Instrumentarium bietet, das Netz verstehen zu lernen.“

Eine Leseprobe:

Kapitel 1

World Wide Horst

„»Und sonst so?«
Ich zuckte mit den Achseln, obwohl er das übers Telefon nicht sehen konnte. Vor meinem Bürofenster wehte der Herbststurm welke Blätter über den Großstadtrasen. Es war kalt. »Nichts Besonderes. Hab beruflich mit Spanien gernailt. Eine Kollegin sitzt jetzt dort in einem Verlag und … «
»Spanien? Du?«, unterbrach er mich fragend – und mit einer Skepsis, die deutlicher zu hören war als das Pfeifen des rheinhessischen Windes.
»Äh … Ja. Wieso nicht?«
»Geht das überhaupt?«, hakte er mit columboesker Beharrlichkeit nach.
Mit einem Mal ahnte ich, wohin die Reise ging, und seufzte innerlich. Diese Vater-Sohn- Telefonate führten wir regelmäßig und gern, meist mit einer dampfenden Tasse Kaffee in den Händen – mir boten sie eine willkommene Pause im stressigen Büroirrsinn, ihm einen weiteren Posten auf seiner Tag für Tag übervollen Pensionärs- To-do- Liste. Früher hielt ich den Spruch, Rentner kämen vor lauter Terminen zu nichts, für genau das: einen Spruch. Aber seit mein eigener Vater Rentner ist, habe ich ihn als absolute, humorfreie Wahrheit kennengelernt. Ich bin froh, wann immer mein Alter Herr noch einen Termin für mich hat.
»Warum soll das nicht gehen?«, fragte ich an diesem Morgen zurück. »Ich kann E-Mails in alle Welt schicken. Das ist im Prinzip wie mit Briefen, weißt du?«
War das simpel genug erklärt? Ich wusste schon seit einer ganzen Weile, dass mein frisch die siebzig erklommener Herr Vater mit dem Gedanken spielte, sich »jetzt endlich auch mal so ein Internet« anzuschaffen. Daher die Fragen, und daher wohl auch das plötzliche Interesse an meiner Spanienkorrespondenz. Aber im Gegensatz zu ihm hielt ich diese Idee für fürchterlich. Aus Gründen.
»]a, schon«, lenkte er ein. Das Prinzip schien er verstanden zu haben. »Aber das dauert doch sicher ewig, bis man da Antwort bekommt.«
Argh! Der Vergleich rächte sich quasi postwendend. Ich beeilte mich, ihn wiedergutzumachen. »Nein, nein – E-Mails haben sozusagen keinerlei Postweg. In dem Moment, in dem ich sie hier bei mir abschicke, landen sie auch schon beim Empfänger.«
Erstauntes Gemurmel am anderen Ende der Leitung bewies, wie wenig er mir diese Geschichte glaubte. Schließlich schaffte nicht einmal ein Düsenjet die Strecke Rheinhessen-Spanien in Nullkommanichts.
Ich wurde übermütig. Das musste doch zu begreifen sein!
»Vergleich’s einfach mit unserem Telefonat. Ich sage etwas, und du hörst es sofort. Bei E- Mails läuft das ganz ähnlich ab – Internet läuft ja auch übers Telefon.«
Arg vereinfacht ausgedrückt? Absolut. Aber ich kannte meinen Gesprächspartner. Mein Vater hatte noch nie viel Verständnis für moderne Technik gehabt; doch er wusste, dass man Internet-Rechner an Telefonbuchsen anschloss.
»Ach so!«, sagte er auch prompt, und ich hörte regelrecht, wie der Groschen fiel. Erleichtert atmete ich auf – nur um gleich darauf die Augen zu schließen. »Also musst du für Spanien eine andere Nummer vorwählen!«

Seit diesem denkwürdigen Telefonat sind einige Monate vergangen. Die Internetpläne kamen nie wieder auf. Bis heute.
»Guck mal.«
Mit lautem Rascheln landet das Wochenblättchen aufgeschlagen vor mir auf dem elterlichen Küchentisch. Als Nächstes kommt die Hand meines Vaters in mein Sichtfeld. Sie deutet auf einen kurzen, dick angestrichenen Artikel.
»Da. Da haben wir uns angemeldet.«
Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Ich lese.
Senioren ins Netz – Einführungskurs für neugierige Best Ager.
Oh, oh! »Wie jetzt?«, sage ich ein wenig erschrockener, als es wohl fair wäre. »Wirklich?« Ich blicke auf.
Mein Vater steht neben mir und nickt. »Volkshochschule, acht Abende. Deine Mutter kommt auch mit. Damit ich im Kopf behalte, was ich da lerne.«
Er macht tatsächlich ernst. Na, das kann ja was werden …
Seit Jahren spielt mein Alter Herr schon mit dem Gedanken, multimedial aufzurüsten und den Weg ins World Wide Web anzutreten. Bislang blieb es aber stets bei Absichtserklärungen und sehnsüchtigen Blicken in die Prospekte der Elektronikmärkte, und ich gestehe: Mir war das immer ganz recht so. Schließlich kenne ich den Mann seit knapp vier Jahrzehnten und weiß, wie … nun ja, wie sag ich’s am besten … wie wenig Geduld er mitunter für Dinge aufbringt, die nicht auf Anhieb so wollen wie er.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Der Mann kann alles. …“

Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 09/2015: „…“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

Fazit:

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„Im Internet findet man mehr, als man sucht.“

Fred Ammon (*1930),
Aphoristiker.

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Buchcover:

Der alte Mann und das Netz - Mein Vater entdeckt das Interne - von Christian Humberg ist erschienen im Goldmann Verlag

Der alte Mann und das Netz – Mein Vater entdeckt das Interne – von Christian Humberg ist erschienen im Goldmann Verlag

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Verlag: Goldmann Verlag (17. August 2015).
Seitenanzahl: 320 Seiten.
Bindung: Taschenbuch.
ISBN-10: 3-442-15848-6.
ISBN-13: 9-783442-15848-5.
Preis: EUR 8,99.


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