Eine textgebundene Erörterung zum Onlinetext „Wir Facebook-Schauspieler“

Eine textgebundene Erörterung
zum Onlinetext
„Wir Facebook-Schauspieler“

Die textgebundene Erörterung wurde anhand des Stern-Onlinetexts „Wir Facebook-Schauspieler“ erstellt.

»Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken – Wir Facebook-Schauspieler« vom 19. März 2010, 20:00 Uhr

„Möglichst cool, irre lustig, immer gut drauf – viele nutzen Facebook für Eigen-PR. Wir schreiben nicht, was uns wichtig ist, sondern was bei den anderen gut ankommt. Was macht das mit uns? Von Lara Fritzsche

In dem Sachtext „Wir Facebook-Schauspieler“ von Lara Fritzsche für „stern online“ vom 19.03.2010 geht es um die Selbstdarstellung vieler Menschen in sozialen Netzwerken.

Die Kernthese der Autorin ist, dass wir alle nur „Schauspieler“ der sozialen Netzwerke seien. Als erstes Argument führt sie an, dass alles, was wir online tun, nur dem Ziel folge, möglichst gut in der „wertvollsten Währung“ dieser Zeit, d.h. Aufmerksamkeit, bezahlt zu werden. Als Beleg dazu führt sie an, dass wir den anderen Usern Versionen „ohne Brüche und Unstimmigkeiten“ präsentieren würden, d.h. „Werbung statt Wahrheit“ (Z. 35), um uns Aufmerksamkeit zu sichern.

Ihr nächstes Argument ist, dass wir nur Dinge »posten«, die leicht zu konsumieren seien und zu unserer erdachten „Demoversion“ passend seien, weil so nur Hochglanz-Charaktere übrig blieben, die zu dieser Demoversion passen würden und ganz sicher »geliked« würden, um den Applaus der Freunde zu bekommen.

Daraus schlussfolgert sie, dass wir durch die »Likes« des Publikums beeinflusst werden und dieses dadurch Einfluss über uns gewinnt, denn Identität entsteht durch den Austausch mit der Umwelt.

Die Argumentation der Autorin verläuft linear, es werden keine Gegenargumente berücksichtigt.

Ich kann der Autorin nur teilweise zustimmen, aber ihr erstes Argument ist für mich sehr überzeugend. Wer freut sich denn in einer Welt, die voll von Informationsfluten ist, nicht über ein bisschen Aufmerksamkeit, die die eigenen Posts bekommen.

Ihr Argument mit der „Demoversion“ trifft auch nicht auf alle zu, denn viele Jugendliche die ich kenne, und für die ich das beurteilen kann, veröffentlichen eine echte Version. Auf irgendwelche Stars, die auf die Aufmerksamkeit von Fans oder »Followern« angewiesen sind, mag es vielleicht zustimmen, aber viele Leute besitzen meiner Meinung nach nicht das nötige Kalkül dafür, außerdem wollen sie lediglich ihre Ideen, Bilder, etc. mit ihren Freunden teilen.

Ihre Schlussfolgerung findet wieder meine vollste Zustimmung, denn Jugendliche und Erwachsene der heutigen Zeit sind extrem leicht beeinflussbar und es entstehen vermehrt Gruppenverhaltensmuster. Der starke Gruppenleader »liked« die Posts der anderen Gruppenmitglieder und gibt diesen so zu verstehen, dass sie so bleiben sollen und beeinflusst sie somit.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass es vielleicht etliche sogenannte „Demoversionen“ auf Facebook gibt, aber viele doch eine echte Version veröffentlichen.


„Unsere Zeit hat das starke Netzwerk der Familie zerstört,
und dafür die Spinnengewebe von Twitter, Facebook und Co. aufgebaut.“

Stefan Fleischer (*1938),
Rentner, vorher Organisator einer Großbank.

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