Abschied für immer und nie

Autorin: Amy Reed
Übersetzerin: Maike Müller

Klappentext:

„Ein Leben außer Kontrolle. »Mal im Ernst, Evie, was haben wir schon zu verlieren?« Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer Freundin Stella hören: Lebe wagemutig. Aber die Flucht aus der Klinik wird alles verändern … Evie fällt es unsagbar schwer, in die Welt der Gesunden zurückzufinden. Bis sie Marcus trifft. In seiner Nähe fühlt sie sich lebendig. In seinen Exzessen, seinen fantastischen Höhenflügen. Nur ahnt sie nicht, dass sie nur einen Schritt vor dem Abgrund steht …“

Presseinformation des Verlags:

Krebs besiegt – und dann die schwere Rückkehr ins Leben:
Roman »Abschied für immer und nie« von Amy Reed /
HarperCollins (HarperCollins Germany)

In »Abschied für immer und nie« zeigt die 17-jährige Evie dem Krebs die Harke … doch das Leben danach ist verdammt kompliziert / Intensiv und unterhaltsam: Amy Reed bei HarperCollins (HarperCollins Germany)

„Evie ist 17, blond, Cheerleaderin und gehört zur »richtigen« Clique auf der Highschool. Ihr Freund Will vergöttert sie. Das Leben könnte wunderbar sein. Doch Evie hat Krebs und dieser verdammte Krebs verändert alles. Er stempelt Evie nicht nur als Todeskandidatin ab. Er macht aus ihr auch einen Teenager, der viel zu verständnisvoll und tapfer ist, die Eltern tröstet und die Freunde. Doch dann passiert etwas, mit dem niemand gerechnet hätte, und Evies Welt kippt. Wie, das beschreibt Amy Reed intensiv, feinfühlig und sehr unterhaltsam in „Abschied für immer und nie“. Der Roman erscheint im November bei HarperCollins.

Ja, Evie ist verdammt erwachsen. Sie macht ihren Eltern und ihren Freunden Mut, wenn die tränenüberströmt an ihrem Bett stehen. Vor allem an dem Tag, an dem Dr. Jacobs die neuen Untersuchungsergebnisse bei sich hat und mit düsterer Miene deutlich macht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Evie überlebt, irgendwo zwischen vier und sieben Prozent liegt. Mit Chemo und allem Drum und Dran, versteht sich. Doch Evie will nicht mehr. Keine Chemo! Wenn sie sterben soll, dann soll dieser dämliche Tod sie sich doch holen. Seit einer gefühlten Ewigkeit liegt Evie schon im Krankenhaus und die Welt da draußen kommt ihr abhanden. Dafür hat sie in der Klinik zwei Freunde gefunden: Stella, Punkerin der Herzen und jemand, mit dem Evie sich in der Highschool nie angefreundet hätte, und Caleb, sensibler Teenager und einer, der den anderen immer Mut macht. Stella ist für Evie die „hübscheste und mutigste Person“, die sie in ihrem Leben je gesehen hat: „Sie zeigte all die Angst und die Wut, die auch ich spürte, aber nicht nach außen kehren konnte.“ Und Stella plant mit Caleb eine Überraschung für Evie – einen Ausflug, natürlich streng verboten. Aber wen kümmert das schon, schließlich lautet Stellas Motto „Lebe wagemutig!“.

Dass dieser Ausflug Evies bisheriges Leben auf den Kopf stellt, obwohl er nur zwei Stunden dauert, ist wie ein Wunder. Denn Evie entdeckt ihre Lebenslust und ihre Wut, sie will nicht mehr das nette Cheerleader-Mädchen sein, die Tapfere, sie will sagen, was Sache ist. Und plötzlich geht es Evie auch körperlich viel besser. Der Krebs scheint aufgegeben zu haben, erstmal jedenfalls. Sie kann nach Hause – doch wer nun glaubt, mit diesem Happy End endet das Buch, liegt falsch. Denn Evie passt nicht mehr in ihr altes Leben, zu ihren alten Freundinnen, die von Nagelstudios und Shoppen schwärmen, und nicht mehr zu ihrem Freund Will, der Evie plötzlich viel zu langweilig vorkommt. Und Evie braucht den Kick ihrer früheren hochdosierten schmerzstillenden Medikamente immer noch, obwohl es ihr körperlich gut geht. Als Evie Marcus kennenlernt, scheint ihr das gut zu tun. Doch kann Marcus, auch bekannt als „Schulkiffer“, Evie wirklich helfen, ihr Leben auch ohne Drogen wieder lebenswert zu finden?“

Eine Leseprobe:

„Es war einer dieser magischen Wintertage in der Bay Area – die Sonne schien, der Himmel war klar und blau und die Temperatur lag um die 17 Grad. Sogar die heimischen Killergänse zeigten sich von ihrer besten Seite. Mütter schoben Kinderwagen vor sich her, hübsche Mädchen joggten, attraktive Männer führten Hunde aus und Will hielt meine Hand so perfekt, wie nur er es kann – nicht so fest, dass er sie zerdrückt, aber doch fest genug, dass ich weiß, er lässt mich nicht los. Er erzählte mir gerade, dass neulich jemand einen Stachelrochen im See gesehen habe, und ich wollte mich unbedingt mit ihm über diese Nichtigkeit unterhalten. Ich wollte nur in jenem Moment an jenem Ort sein und nichts anderes sollte eine Rolle spielen, aber die Schmerzen in meinem Bein waren unerträglich. Inmitten der Schönheit des Moments spürte ich, wie ich die Kontrolle über mein Bein verlor. Ich versuchte, weiterzugehen. Sogar als der Schmerz so stark war, dass ich nichts mehr sehen konnte. Ich dachte, wenn ich weiterginge, wenn ich so tat, als wäre alles in Ordnung, könnte ich für immer dieses fast-normale Mädchen sein – ein Mädchen, das zufälligerweise dünn und blass war und kurze Haare hatte; das humpelte, sich auf einen Stock stützte und die Hand ihres niedlichen und hinreißenden Freundes hielt, mit dem sie einen ganz normalen Spaziergang machte. Wie Pärchen das nunmal tun.

Doch dann stürzte ich. Ich kann nicht beschreiben, wie es sich anfühlte, als mein Bein brach. Das Geräusch als der mürbe Knochen in mir zersplitterte. Vor lauter Schmerzen wurde mir schwarz vor Augen, doch aus irgendeinem Grund kann ich mir klar und deutlich an das Kreischen der Gänse erinnern, als wären sie wütend auf mich, dass ich ihnen ihren schönen sonnigen Tag ruinierte. Ich erinnere mich an das Durcheinander der Stimmen der Schaulustigen, all der Menschen, deren Dates mit einem Mal geplatzt waren. Ich erinnere mich an Wills Berührung, seine kühlen Fingerspitzen, die meine Haut sanft berührten, und das war das Einzige, das sich auf meinem Körper richtig anfühlte; es war das Einzige auf der Welt, das beständig und verlässlich war. Als ich hörte, wie Will den Rettungssanitätern meine Krankengeschichte erklärte, dachte ich, dass es keinen guten Grund gibt, warum ein siebzehnjähriger Teenager auch nur ansatzweise so viel über Krebs wissen sollte wie er. Seine Stimme klang ruhig und tief, wie immer kontrolliert, doch die Worte waren für mich nicht mehr als Geräusche. Musik, aber ohne Inhalt.

Mein linker Oberschenkelknochen brach in fünf Teile. …“ (S. 35 ff)

Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 11/2015: „Amy Reed ist ein absolut brillantes und mit sehr viel Einfühlungsvermögen sowie Fingerspitzengefühl geschriebenes Werk gelungen.“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

Das zentrale und hochaktuelle Thema des Buches »Abschied für immer und nie« von Amy Reed ist »Krebs« – genauer gesagt – ein Knochenkrebs (Ewing-Sarkom), der insbesondere im Kindesalter auftritt und nach dem US-amerikanischen Pathologen James Ewing benannt ist. Aber auch die mit einer langwierigen und schmerzhaften Krebsbehandlung einhergehenden Probleme wie Medikamentenmissbrauch und Drogenabhängigkeit sind Gegenstand dieses Buches. Amy Reed beschreibt feinfühlig die Gedanken und Empfindungen sowohl der Menschen in der Krebswelt, in der Krankenhauswelt und der Welt der kranken Kids als auch der Menschen in der „anderen Welt“, der Welt der Gesunden (S. 20). Alles lief so gut für Evie Whinsett, der attraktiven Cheerleaderin der »North Berkeley Lions«, aber plötzlich „kollidieren diese zwei Welten, die sich niemals hätten treffen sollen“ (S. 261). Evie, die 17-jährige Teenagerin wird jäh zu „Fräulein Krebs“ und muss sich einer qualvollen Krebstherapie auf der Krebsstation – die sie als Gefängnis empfindet – des Oakland Children’s Hospital unterziehen. Dort werden Stella und Caleb, die ebenfalls krebskranken Jugendlichen, ihre neuen „geheimen“ Freunde. Gemeinsam durchleben die Kids ein Wechselbad der Gefühle, das geprägt ist vom „Tod ins Auge“ blicken, durch ein Abschied nehmen von geliebten Eltern, Geschwistern, Angehörigen und Freunden, aber gleichzeitig auch ein Hoffen auf Genesung und ein Warten auf ein Wunder. Während des 1-jährigen Krankenhausaufenthalts, wo sich die Welt der zum Todgeweihten und der Lebenden begegnet, gerät Evies Leben und ihre Beziehung zu den gesunden Menschen aus den gewohnten und geordneten Bahnen. Eindrucksvoll und anteilnehmend gelingt es der Autorin das „Damals“ und das „Jetzt“ im Leben von Evie gegenüber zu stellen, wobei sich Amy Reed teilweise der Briefform bedient, um die innersten Beweggründe und Motive des Handels der jugendlichen Krebspatienten dem Leser näher zu bringen.

Fazit:

Die Autorin behandelt das brisante Thema »Krebs bei Kindern und Jugendlichen« sehr einfühlsam und ergreifend. Kurzum, ein starkes literarisches Werk mit einem etwas anderem Verlauf und Abschluss.

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„Jeder Abschied ist ein kleiner Tod,
aber jeder Tod ein großer Abschied.“

Alphonse Allais (1855 – 1905),
französischer Humorist und Schriftsteller,
Mitbegründer des Pariser Kabaretts »Chat Noir«

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Buchcover:

Abschied für immer und nie - von Amy Reed ist erschienen im HarperCollins (HarperCollins Germany) Verlag

Abschied für immer und nie – von Amy Reed ist erschienen im HarperCollins (HarperCollins Germany) Verlag

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Verlag: HarperCollins (HarperCollins Germany) Verlag; 1. Auflage (10. November 2015).
Seitenanzahl: 304 Seiten.
Bindung: Gebundene Ausgabe.
ISBN-10: 3-959-67010-9.
ISBN-13: 9-783959-67010-4.
Preis: EUR 16,90.


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