Das Verschwinden der Sterne

Das Verschwinden der Sterne –
Roman. Inspiriert von den wahren Geschichten
jüdischer Flüchtlinge in der Wildnis Osteuropas

Autor: Kristin Harmel

Übersetzt von: Veronika Dünninger

Klappentext:

Das Verschwinden der Sterne –
Roman. Inspiriert von den wahren Geschichten
jüdischer Flüchtlinge in der Wildnis Osteuropas

„So außergewöhnlich wie herzergreifend: ein dramatisches Frauenschicksal zur Zeit des 2. Weltkriegs.

Eine junge Frau nutzt ihr Wissen über die Wildnis, um jüdische Flüchtlinge vor den Nazis zu retten – bis ein grausames Geheimnis alles zu zerstören droht.

Seit sie als kleines Kind aus ihrem Elternhaus entführt wurde, ist Jona fast auf sich allein gestellt in der unerbittlichen Wildnis Osteuropas aufgewachsen. 1942 trifft sie tief im Wald auf eine Gruppe Juden, die den Nazis entkommen konnten. Jona ist fassungslos, als sie erfährt, was in der Welt geschieht. Sie bringt den Flüchtlingen alles bei, was sie über das Überleben abseits der Zivilisation weiß. Doch dann treibt ein bitterer Verrat Jona zur Flucht. Als sie sich ausgerechnet in einem von den Deutschen besetzten Dorf wiederfindet, muss sie sich einer Erkenntnis stellen, die ihr ganzes Leben verändert: Sie ist nicht die, die sie zu sein glaubte …

Einfühlsam, berührend und gleichzeitig hochspannend erzählt Kristin Harmel eine eindrucksvolle Geschichte von Hoffnung, Liebe und Mut in finsteren Zeiten.

Entdecken Sie auch die anderen bewegenden historischen Romane der Bestsellerautorin:

  • Solange am Himmel Sterne stehen
  • Heute fängt der Himmel an
  • Ein Ort für unsere Träume
  • Das letzte Licht des Tages
  • Das Buch der verschollenen Namen

Klappentext / Innenseite – vorne:

„…“

Klappentext / Innenseite – hinten:

„…“

Presseinformation des Verlags:


Eine junge Frau rettet im 2. Weltkrieg Juden, ohne zu wissen, dass sie selbst Deutsche ist

Eine junge Frau rettet im 2. Weltkrieg Juden, ohne zu wissen, dass sie selbst Deutsche ist


Eine junge deutsche Frau rettet jüdische Flüchtlinge vor den Nazis – ein emotionaler und hoch spannender Roman zur Zeit des 2. Weltkriegs

„… inspiriert von wahren Geschichten gelingt es der amerikanischen Bestseller-Autorin Kristin Harmel seit gut zehn Jahren, emotionale Geschichten mit historischen Hintergründen zu verknüpfen. So wie auch ihre beiden erfolgreichen Vorgänger »Das letzte Licht des Tages« und »Das Buch der verschollenen Namen« spielt ihr neuer Roman Das Verschwinden der Sterne zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Die Autorin ließ sich erneut von wahren Begebenheiten inspirieren, erzählt aber diesmal die bisher noch wenig bekannte Geschichte jüdischer Flüchtlinge in der polnischen Wildnis. Die Hoffnung in dunklen Zeiten und wie Menschen über sich hinauswachsen, um sich selbst und andere zu retten, ist auch hier Harmels positive Botschaft an ihre Leser*innen.

Die junge Yona weiß nicht, wer sie ist. Im Alter von zwei Jahren wurde sie in Berlin von einer älteren Frau entführt und abseits der Zivilisation großgezogen. In den Wäldern des damaligen Polens lernt sie alles, was sie zum Überleben braucht: Wie man sich im Winter einen Unterschutz baut, welche Pflanzen essbar und welche giftig sind und wie man jemanden mit bloßen Händen tötet, wenn das notwendig sein sollte. Als ihre »Ziehmutter« 1942 stirbt, bleibt Yona mit Anfang zwanzig alleine im Wald zurück. Trotz all ihrer Survival-Skills weiß sie nichts von der Außenwelt und hat keinerlei Erfahrungen mit anderen Menschen oder weiß, was Familie, Liebe und Freundschaft wirklich bedeuten. Eines Tages trifft sie auf jüdische Flüchtlinge und fühlt sich durch die gemeinsame Sprache mit ihnen verbunden. Sie will nicht länger einsam sein und weiß, dass sie mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen helfen kann. Yona beschließt, den Flüchtlingen alles beizubringen, was sie über das Überleben abseits der Zivilisation weiß. Doch als sich Jona nach einem bitteren Verrat in einem von den Deutschen besetzten Dorf wiederfindet, muss sie sich einer Erkenntnis stellen, die ihr ganzes Leben verändert: Sie ist nicht die, die sie zu sein glaubte …

Kristin Harmel hat wieder exzellent recherchiert und Zeitzeugen wie zum Beispiel Aron Bielski befragen können, der damals half, Tausende Juden in der Wildnis zu verstecken. Davon inspiriert verwebt die Autorin Yonas Frage nach Identität, Loyalität und Liebe zu einem bewegenden Roman und lässt Geschichte lebendig werden.

»Das Verschwinden der Sterne« erscheint am 01.09.2022 und inspiriert uns mit einer hoffnungsvollen Geschichte in dunklen Zeiten. …“

Eine Leseprobe:

Kapitel 1
1922

„Die alte Frau beobachtete sie aus den Schatten vor der Behaimstraße 72 und wartete darauf, dass die Lichter drinnen flackernd erloschen. Der Balkon der Wohnung strotzte von purpurroten Rosen, und Efeu rankte sich an den Eisengeländern empor, aber das junge Paar, das dort lebte – der machthungrige Siegfried Jüttner und seine unnahbare Ehefrau Alwine – , waren nicht diejenigen, die sich um die Pflanzen kümmerten. Dies blieb ihrem Hausmädchen überlassen, denn die Pflege von Leben war etwas, das nur die mit einer gewissen Güte tun konnten.

Die alte Frau beobachtete die Jüttners jetzt schon seit fast zwei Jahren, und sie wusste Dinge über sie, Dinge, die wichtig für die Aufgabe waren, die sie im Begriff war auszuführen.

Sie wusste beispielsweise, dass Herr Jüttner einer der ersten Männer in Berlin gewesen war, die der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei beitraten, einer neuen politischen Bewegung, die in dem vom Krieg zerrütteten Land allmählich Fuß fasste. Sie wusste, dass er den Anstoß dazu bei einem Urlaub in München knapp drei Jahre zuvor erhalten hatte, nachdem er gesehen hatte, wie ein zorniger junger Mann namens Adolf Hitler im Hofbräukeller eine flammende Rede hielt. Sie wusste, dass Herr Jüttner, nachdem er diese Rede gehört hatte, zwanzig Minuten zu Fuß zurück zu dem eleganten Hotel Vier Jahreszeiten ging, seine schlafende junge Ehefrau weckte und ihr beiwohnte, obwohl sie sich anfangs sträubte, denn sie hatte von einem jungen Mann geträumt, den sie einst geliebt hatte, einem Mann, der im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen war.

Die alte Frau wusste auch, dass das Kind, das in jener herbstlich riechenden bayerischen Nacht gezeugt wurde – ein Mädchen, dem die Jüttners den Namen Inge gegeben hatten –, ein Muttermal in Form einer Taube auf der Innenseite des linken Handgelenks trug.

Sie wusste außerdem, dass der zweite Geburtstag des Mädchens am darauffolgenden Tag, dem 6. Juli 1922 war. Und sie wusste so sicher, wie sie wusste, dass die glockenförmigen Knospen des Maiglöckchens und die bläulich violetten Blütenblätter des Eisenhuts einen Mann töten konnten, dass das Mädchen nicht bei den Jüttners bleiben durfte.

Das war der Grund, weshalb sie gekommen war.

Die alte Frau, die den Namen Jerusza trug, hatte schon immer Dinge gewusst, die andere Leute nicht wussten. So hatte sie es zum Beispiel gewusst, als Frédéric Chopin im Jahr 1849 starb, denn sie war just in dem Moment aus einem tiefen Schlummer erwacht, während die Klänge seiner »Revolutionsetüde« in einem Trauermarsch durch ihren Kopf hallten. Sie hatte gespürt, wie die Erde bei der Geburt von Marie Curie 1867 und Albert Einstein 1879 erbebte. Und an einem glühend heißen späten Junitag des Jahres 1914, zwei Monate nachdem sie vierundsiebzig geworden war, hatte sie es, Wochen bevor die Nachricht sie erreichte, tief in ihrer Halsvene gespürt, dass der österreichisch-ungarische Thronfolger von der Kugel eines Attentäters getötet worden war, die das fragile Gleichgewicht der Welt zerstörte. Damals hatte sie gewusst, dass sich ein Krieg zusammen-braute, genau wie sie es jetzt wusste. Sie konnte es an den dunklen Wolken sehen, die sich am Horizont ballten.

Jeruszas Mutter, die sich im Jahr 1860 mit einem Gebräu aus Giften das Leben genommen hatte, hatte ihr immer gesagt, unmögliche Dinge zu wissen sei eine Gabe Gottes, weitergereicht durch das mütterliche Blut nur der vom Glück begünstigsten jüdischen Frauen. Jerusza, die Letzte einer Linie, die seit Jahrhunderten existiert hatte, war sich mitunter sicher, dass es vielmehr ein Fluch war, aber was es auch war, es war ihr Leben lang ihre Last gewesen, den Stimmen zu folgen, die durch die Wälder hallten. Die Blätter flüsterten in den Bäumen; die Blumen erzählten Geschichten, so alt wie die Zeit selbst; die Flüsse rauschten von Neuigkeiten weit entlegener Orte. Wenn man nur genau genug horchte, gab die Natur immer ihre Geheimnisse preis, die, natürlich, die Geheimnisse Gottes waren. Und jetzt war es Gott, der Jerusza hierhergeführt hatte, an eine nebelverhangene Berliner Straßenecke, wo sie dafür verantwortlich sein würde, das Schicksal eines Kindes, und vielleicht auch eines Stücks der Welt, zu verändern.

Jerusza war seit zweiundachtzig Jahren am Leben, fast zweimal so lange, wie der durchschnittliche Deutsche zu jener Zeit lebte. Wenn Leute sie ansahen – falls sie sie überhaupt eines Blickes würdigten – , waren sie sichtlich verblüfft von ihren runzligen Gesichtszügen, ihren Händen, die knotig waren von Jahrzehnten eines harten Lebens. Aber die meiste Zeit ignorierten Fremde sie einfach, genau wie Siegfried und Alwine Jüttner es all die Hunderte Male getan hatten, die sie ihr auf der Straße begegnet waren. Jeruszas Alter machte sie insbesondere unsichtbar für diejenigen, die am meisten Wert auf Aussehen und Macht legten; sie gingen davon aus, dass sie für sie nutzlos war, Zeitverschwendung, Platzverschwendung. Schließlich würde eine Frau, die so alt war wie sie, bestimmt bald tot sein. Aber Jerusza, die sich ihr Leben lang in den dunkelsten Winkeln der tiefsten Wälder von Pflanzen und Kräutern ernährt hatte, wusste, dass sie noch fast zwanzig Jahre länger leben würde, bis zum Alter von einhundertundzwei Jahren, und dass sie an einem Dienstag im Frühling kurz nach der letzten Schneeschmelze des Jahres 1942 sterben würde.

Das Hausmädchen der Jüttners, die schüchterne Tochter eines toten Seemanns, war zwei Stunden zuvor nach Hause gegangen, und es war ein paar Minuten nach zehn, als die Jüttners endlich ihre Lichter löschten. Jerusza atmete aus. Die Dunkelheit war ihr Schutzschild, schon immer gewesen. Blinzelnd sah sie zu den geschlossenen Fenstern hoch und konnte die Umrisse des Kinderbetts des kleinen Mädchens eben noch erkennen, in dem Zimmer auf der rechten Seite, hinter hellen, cremefarbenen Vorhängen. Sie wusste genau, wo es stand, war oft in dem Zimmer gewesen, wenn die Familie nicht da war. Sie war mit den Fingern über die Gitterstäbe aus Kiefernholz geglitten, hatte die Kraft gespürt, die von den geschwungenen Formen ausging. Holz hatte, natürlich, ein Gedächtnis, und als Jerusza das Bett, in dem das Baby schlief, zum ersten Mal berührt hatte, war sie fast überwältigt gewesen von einer Flut aus warmem, weißem Licht. …“

Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 09/2022: „…“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

Fazit:


„Das „gesunde Volksempfinden“ der Deutschen
war für die Juden höchst ungesund.“

Walter Ludin (*1945), Schweizer Journalist,
Redakteur, Aphoristiker und Buchautor,
Mitglied des franziskanischen Ordens der Kapuziner.

Buchcover:

Das Verschwinden der Sterne – von Kristin Harmel ist erschienen bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG

Das Verschwinden der Sterne – von Kristin Harmel ist erschienen bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG


Verlag: Droemer HC, 1. Edition (1. September 2022).
Seitenanzahl: 400 Seiten.
Bindung: Broschierte Ausgabe / Paperback.
ISBN-10: 3-426-22771-1.
ISBN-13: 9-783426-22771-8.
Preis: EUR 16,99.

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