Lippels Traum

Autor: Paul Maar

Ein Unglück kommt selten allein, so auch für Lippel: Seine Eltern verreisen ohne ihn und dann nimmt ihm die schreckliche Frau Jacob, die in dieser Zeit auf ihn aufpasst auch noch sein Buch mit den Erzählungen aus dem Morgenland weg. Und so spinnt Lippel jeden Abend im Bett die Geschichte der Schlangenkönigin ein bisschen weiter. Seine nächtlichen Gefährten Prinz Asslam und dessen Schwester Hamide erkunden mit ihm den prächtigen, prunkvollen Königspalast. Lippel taucht in eine Welt voller rätselhafter Abenteuer ein …

Hauptpersonen:

Lippel, der von Frau Jacob tyrannisiert wird und im Buch der Freund von Prinz Asslam und Prinzessin Hamide ist.

Asslam, der Bruder von Hamide und im Buch der Prinz.

Hamide, die Schwester von Asslam und im Buch die Prinzessin.

Frau Jacob, die immer etwas zu meckern hat und nur Gerichte mit Tomaten kocht und im Buch die böse Schwester des Königs ist.

Eine Leseprobe:

»… „Darf ich – darf ich das Buch behalten?“ Lippel redete ganz schnell.

„Ich lese auch nicht mehr. Ich lege es unter mein Kopfkissen, da ist es weg, ja?“ Hastig schob er das Buch unter die Decke.

„Meinetwegen“, sagte Frau Jakob gnädig. „Was hast du denn auf?“

„Mathe und Deutsch.“

„Na dann fang mal gleich an!“

Lippel schwang sich aus dem Bett, setzte sich an seinen Schreibtisch, nahm die Büchertasche vom Boden auf und suchte nach dem Matheheft.

Frau Jacob blieb neben ihm stehen, während er unwillig das Heft aufschlug, den Füller aus dem Mäppchen holte und anfing zu rechnen.

„Ich schau mir die Ergebnisse später an“, sagte sie nach einer Weile und ging aus dem Zimmer.

Lippel rechnet lustlos zwei Aufgaben. Dann schlich er zur Tür und lauschte. Von Frau Jacob war nichts zu hören. Er öffnete vorsichtig die Tür. Frau Jacob telefonierte unten im Wohnzimmer.

Lippel holte sein Buch unter dem Kissen hervor und setzte sich damit an den Schreibtisch.

Wenn er es recht überlegte und wenn er an Frau Jacob dachte, schien ihm die Geschichte von der Tücke der Weiber passender zu sein als die von der Schlangenkönigin. Er wusste zwar nicht genau, was Tücke war, aber es war bestimmt nichts Gutes! Er fand die Geschichte im Buch (sie wurde in der fünfhundertachtundsiebzigsten Nacht erzählt) und fing an zu lesen:

„Einst lebte in alten Zeiten und längst verschollenen Vergangenheiten ein König, der unter den Herrschern einer der mächtigsten war, mit vielen Soldaten, einer großen Schar von Wächtern, von hohem Ruhm und von viel Gut und Geld. Aber er hatte schon manches Jahr seines Lebens verbracht, ohne das ihm ein Sohn beschieden war. Und da …“

Und da ging die Tür auf und Frau Jacob kam herein!«


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