Ein Mensch brennt

Ein Mensch brennt

Roman

Autor: Nicol Ljubić

Klappentext:

„Aufrüttelnd und provokant, zugleich warmherzig und witzig“

„Wenn es um Fußball geht, kann man dem zehnjährigen Hanno Kelsterberg nichts vormachen. In Sachen Protest allerdings auch nicht. Seit zwei Jahre zuvor der asketische Hartmut Gründler ins Souterrain der Familie zog und sich als unbeugsamer Politkämpfer entpuppte, steht Hannos einst heile Welt auf dem Kopf. Statt Fußball zu spielen, muss er nun mit zu Demos und verteilt Handzettel. Während der Vater den Mann im Keller zunächst belächelt, gerät die Mutter in den Bann des kompromisslosen Idealisten, die Ehe zerbricht. Ein provokanter und berührender Roman über eine Familie, die unversehens von der Zeitgeschichte gestreift wird.

Presseinformation des Verlags:

Wie ein Roman entsteht:
Nicol Ljubićs Feature über »Ein Mensch brennt« auf SWR 2

„Fünf Jahre lang hat der preisgekrönte Journalist und Schriftsteller Nicol Ljubić an seinem neuen Roman gearbeitet. In dieser Zeit hat er Phasen der Euphorie, aber auch der Selbstzweifel durchlebt. In seinem Feature »Ein Mensch brennt. Die Geschichte eines Romans« schildert Ljubić den Entstehungsprozess von der ersten Idee bis zum fertigen Buch. In aller Offenheit erzählt er von den Schwierigkeiten des Schreibens, den existenziellen Sorgen, die damit verbunden sind und von einem Buchmarkt, auf dem es für Autoren jenseits der Bestseller immer schwieriger wird.

Ausstrahlung auf SWR 2: Dienstag, 21. November 2017, 22:03 Uhr.

Im ORF Fernsehen wurde übrigens am 22. Oktober 2017 ein Beitrag zu Roman und Autor ausgestrahlt. Er ist hier abrufbar (nur noch bis 28.10.2017).

Und NDR Kultur plant am Samstag, 4. November 2017, 18:00 Uhr die Ausstrahlung einer Reportage von Joachim Dicks, der mit Nicol Ljubić u. a. den Ort der Selbstverbrennung Hartmut Gründlers (1930-1977) in Hamburg besucht hat. Die Tat jährt sich am 16. November 2017 zum vierzigsten Mal. Hartmut Gründler erlag am 21. November 1977 seinen Brandverletzungen.

Zum Buch: Der Erzähler in »Ein Mensch brennt« ist Hanno, der mit über dreißig Jahren Abstand zurückblickt auf seine Kindheit in Tübingen. Damals lebte ein seltsamer Untermieter bei ihnen. Hannos Mutter fühlte sich von der charismatischen Ausstrahlung des Politaktivisten immer mehr angezogen. Nicol Ljubićs Roman ist Fiktion, aber der Untermieter mit Namen Hartmut Gründler ist eine historische Gestalt: 1977 verbrannte sich der 1930 geborene Umweltaktivist aus Protest gegen die Atompolitik der Regierung von Helmut Schmidt in Hamburg.

Zum Autor: Nicol Ljubić, 1971 in Zagreb geboren, studierte Politikwissenschaften und arbeitet als freier Journalist und Autor. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet. 2011 erhielt er für seinen Roman ›Meeresstille‹, der auch auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stand, den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Nicol Ljubić hat bislang sieben Bücher veröffentlicht. In den Jahren 2014 und 2016 war er zusammen mit Antje Ravic Strubel, Frank-Walter Steinmeier und anderen Initiator der Europäischen Schriftstellerkonferenz. Nicol Ljubić lebt in Berlin.“

Eine Leseprobe:

„Dies ist ein Roman. Mit Ausnahme Hartmut Gründlers sowie der aus Politik und Publizistik bekannten Personen sind sämtliche Figuren frei erfunden. Eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.“

„In den Wochen nach Fukushima hatte meine Mutter einen ausgeprägten Drang, mit mir über Hartmut zu reden. Heute ist mir klar, dass sie Abschied nahm, und zwar anders, als sie mich glauben machte. Sie verabschiedete sich nicht, wie ich gehofft hatte, von Hartmut, sondern vom Leben. Das wurde mir aber erst später klar. Sie wusste: Die einzige Möglichkeit, mich für Hartmut zu gewinnen, war, mir die Aussicht zu vermitteln, ihn dadurch ein für alle Mal loszuwerden. Ich dachte, nachdem er in verschiedenen Zeitungen Erwähnung gefunden hatte, hätte meine Mutter ihr Ziel erreicht oder könnte sich zumindest einreden, ihr Ziel erreicht zu haben. Dass sie mir von Hartmut erzählen wollte, interpretierte ich dahin gehend, dass sie sich alles von der Seele reden wollte, um sich von ihm lösen zu können und sich einem Leben jenseits von Hartmut zu widmen. Nur deswegen ließ ich mich darauf ein. Letztlich, und es ist erstaunlich, dass ich das nicht gleich begriffen habe, wollte sie nur sichergehen, dass ich gut vorbereitet war auf das Erbe, das sie mir hinterlassen würde. Jetzt sitze ich da mit all den Aktenordnern und Erinnerungen und könnte versuchen, mich von ihnen zu befreien, aber ich habe es nicht mal geschafft, die Dokumente zu entsorgen. Wie ich die Erinnerungen loswerden soll, weiß ich nicht, erst recht nicht, nachdem meine Mutter mich zum Alleinerben in Sachen Hartmut gemacht hat. Der Versuch, alles aufzuschreiben, ist der Versuch, alles hinter mir zu lassen und gleichzeitig der Verpflichtung nachzukommen, die meine Mutter mir ungefragt aufgebürdet hat. Auch wenn die Geschichte eine andere wird, als sie meiner Mutter vorgeschwebt hat, und sie enttäuscht wäre, weil meine Geschichte nicht zur Heldengeschichte taugt. Dass meine Mutter nicht mehr lebt, lässt mich befreiter schreiben, weil ich ihre Sicht nicht fürchten muss, ihren bedingungslosen Glauben an die Wahrheit, als gäbe es in Bezug auf Hartmut nur eine einzige, während ich lieber meiner Erinnerung und Fantasie vertraue: Die Möglichkeit, dass etwas so gesagt wurde, wie ich es erinnere, reicht mir als Wahrheit. …“

Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 11/2017: „…“
  • Stefan Maelck, MDR Kultur, Buch der Woche, 05.09.2017: „Ljubić fesselt den Leser, er erzählt bildhaft und anekdotenreich zugleich.“
  • Ewelina Cender-Korpak, cityguide-rhein-neckar.de 03.09.2017: „Aufrüttelnd und provokant, zugleich warmherzig und witzig.“
  • Klaus Hübner, tagesspiegel.de, 27.09.2017: „Ein Kind der Siebziger: Nicol Ljubić erinnert in seinem raffiniert erzählten Roman ›Ein Mensch brennt‹ an Zeiten des politischen Widerstandes in Deutschland.“
  • Harald Asel, RBB Inforadio, quergelesen, 08.10.20177: „Das alles ist packend, anekdotenreich und vom sprachlichen Sound her passgenau erzählt.“
  • Hendrik Werner, weser-kurier.de, 22.09.2017: „Wie sehr dem preisgekrönten Autor, der seine Kindheit in Griechenland, Schweden und Russland zubrachte, Familiengeschichten liegen, zeigt auch sein jüngstes Buch.“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

Fazit:

….


„Die Freisetzung der Atomkraft hat alles verändert außer unserer Denkweise,
und deshalb treiben wir auf Katastrophen zu,
die nicht ihresgleichen haben.“

Albert Einstein (1879 – 1955),
theor. Physiker, geb. in Deutschland, 1896-1901 staatenlos,
ab 1901 Schweizer Bürger, ab 1940 auch Bürger der USA.
Forschungen zu Materie, Raum, Zeit und Gravitation;
Hauptwerk ist die 1915 publizierte Allgemeine Relativitätstheorie.
Nobelpreis für Physik 1921.

Buchcover:

Ein Mensch brennt - von Nicol Ljubić ist erschienen im Deutscher Taschenbuch Verlag

Ein Mensch brennt – von Nicol Ljubić ist erschienen im Deutscher Taschenbuch Verlag


Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (8. September 2017).
Seitenanzahl: 336 Seiten.
Bindung: Gebundene Ausgabe.
ISBN-10: 3-423-28130-8.
ISBN-13: 9-783423-28130-0.
Preis:EUR 20,00.


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