I Saw a Man

Ein atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen

Aus dem Englischen von Thomas Mohr

Autor: Owen Sheers
Übersetzer: Thomas Mohr

Klappentext:

„Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus … und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird.

Ein tiefgreifender, packender Roman über Verlust, Schuld und die heimtückische Natur von Geheimnissen.“

Presseinformation des Verlags:

Hochspannend und virtuos erzählt:
Der neue Roman des Briten Owen Sheers »I Saw a Man«
– vorgezogener Erscheinungstermin: 22.2.2016 –

„Der Brite Owen Sheers gilt als eine der vielseitigsten literarischen Stimmen seines Landes. Als Autor ist er in nahezu jedem Genre zuhause, sei es historischer Roman, Sachbuch, Lyrik oder Drama. Mit seinem neuen, zweiten Roman »I Saw a Man« legt er nun einen virtuos erzählten, ungemein spannenden Gesellschaftsroman vor. Ein falscher Schritt zur falschen Zeit: die Folgen in seinem psychologischen Thriller sind dramatisch und emotional packend. Dabei verbindet er eine breite Palette an Orten und Themen zu einem vielschichtigen Ganzen. Sein Roman führt von New York über Wales nach London und von Las Vegas in die Bergregionen Pakistans; Amerikas Drohnenkrieg spielt ebenso eine Rolle wie der große Bankencrash im Jahr 2007; private Eheprobleme wie globale Entwicklungen.“

Eine Leseprobe:

1

„Der Vorfall, der ihrer aller Leben veränderte, ereignete sich an einem Samstagnachmittag im Juni, kurz nachdem Michael Turner – in der Annahme, es sei niemand da – das Haus der Nelsons durch die Hintertür betreten hatte. London ächzte unter einer Hitzewelle. Überall im South Hill Drive standen die Fenster offen, und das Blech der Autos war so heiß, dass die Schweißnähte in der Sonne knackten. Die leichte Morgenbrise war abgeflaut, und die Platanen am Straßenrand standen reglos in der schwülen Luft, ebenso wie die Eichen und Buchen im nahe gelegenen Park. Obwohl die Hitze erst eine Woche andauerte, glichen die schattenlosen Rasenflächen schon jetzt einer Trockensteppe.

Michael hatte die Hintertür der Nelsons halb offen stehend vorgefunden. Er stützte sich mit dem Unterarm am Türrahmen ab, steckte den Kopf durch den Spalt und rief nach seinen Nachbarn.

»Josh? Samantha?«

Keine Antwort. Das Haus schluckte seine Stimme ohne Echo. Er blickte auf seine alten Segelschuhe, unter deren Sohlen dicke Klumpen nasser Erde hingen. Seit Mittag hatte er im Garten gearbeitet und war zu den Nelsons herübergekommen, ohne sich zu säubern. Selbst an den nackten Knien, die aus seinen Shorts hervorlugten, klebte Erde.

Mit dem linken Absatz streifte er sich den rechten Schuh vom Fuß und horchte, während er sich auch den anderen auszog, in das stille Haus hinein. Es war noch immer nichts zu hören. Er sah auf seine Uhr: zwanzig nach drei. Um vier begann sein Fechttraining auf der anderen Seite von Hampstead Heath. Zu Fuß brauchte man dorthin mindestens eine halbe Stunde. Er wollte die Tür eben ein Stück weiter öffnen, doch als er den Dreck an seinen Fingern bemerkte, besann er sich eines Besseren und stieß sie mit dem Ellbogen auf. Dann trat er ein.

In der Küche war es kühl und dunkel, und es dauerte einen Moment, bis sich das gleißende Licht auf seiner Netzhaut verflüchtigt hatte. Das Haus stand am Rande einer kleinen Böschung, und der Garten fiel zur Grundstücksgrenze hin sanft ab. Der Rasen zwischen dem Birnbaum und dem verkümmerten Blumenbeet war längst verdorrt. Hinter dem schilfdurchwucherten Zaun stand eine Trauerweide, die sich über einen Teich neigte. Sämtliche Teiche in Hampstead Heath hatten seit ein paar Wochen einen giftgrünen Überzug aus Entengrütze. Vor wenigen Minuten erst hatte Michael ein Blesshuhn beobachtet, das mit nickendem Nonnenkopf eine Schneise durch den Wasserteppich pflügte, die Küken im Zickzack hinterdrein.

Wieder horchte er in die Stille. Dass Josh und Samantha die Tür offen ließen, wenn sie nicht zu Hause waren, hatte er noch nie erlebt. Er wusste, das Samantha mit ihrer Schwester übers Wochenende weggefahren war, aber Josh und die Mädchen hätten eigentlich da sein müssen. Trotzdem war das Haus wie ausgestorben, die einzigen Laute kamen aus dem Park: Ein Hund bellte, Picknicker schwatzten durcheinander, und im Badeteich planschten Kinder. Irgendwo in der Nachbarschaft sprang ein Rasensprenger an. Allerdings war es im Haus so still, dass diese Geräusche bereits wie aus der Vergangenheit zu ihm drangen, als habe er nicht nur die Türschwelle, sondern eine Zeitzone überschritten. …“

Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 03/2016: „…“
  • The Financial Times: „Ein Roman über die Folgen eines einzigen schicksalhaften Moments – so spannend, dass man fast vergisst zu atmen. Genau das Richtige für alle Fans von Ian McEwan und Donna Tartt.“
  • Louis Begley: „Owen Sheers‘ beeindruckende Fähigkeiten entfalten sich in diesem Roman zur Vollkommenheit: Diese Geschichte über Schuld und Leid und die Lügen, die sich immer enger um uns legen, ist so tiefgreifend wie faszinierend.“
  • Literary Review: „Ein wuchtiger moralischer Thriller … Meisterhaft flößt Sheers dem Leser Tropfen für Tropfen die Geheimnisse und Lügen seiner Figuren ein, und der Schluss hat schlicht Applaus verdient.“

Eigene Meinung / Beurteilung des Buches:

Fazit:

___

„In der Freundschaft vertrauen wir ein Geheimnis an;
in der Liebe entschlüpft es uns.“

Jean de La Bruyère (1645 – 1696),
bedeutender Vertreter der französischen Moralisten und Aphoristiker.

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Buchcover:

I Saw a Man - von Owen Sheers ist erschienen in Deutsche Verlags-Anstalt

I Saw a Man – von Owen Sheers ist erschienen in Deutsche Verlags-Anstalt

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Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (22. Februar 2016).
Seitenanzahl: 304 Seiten.
Bindung: Gebundene Ausgabe.
ISBN-10: 3-421-04669-7.
ISBN-13: 9-783421-04669-7.
Preis: EUR 19,99.


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