Die Paten des Internets

Die Paten des Internets: Zalando, Jamba, Groupon – wie die Samwer-Brüder das größte Internet-Imperium der Welt aufbauen.

Autor: Joel Kaczmarek

Klappentext:

„Sie sind smart. Sie sind intelligent. Sie sind Multimillionäre und absolut skrupellos. Oliver, Marc und Alexander Samwer. Die erfolgreichsten Internetunternehmer Deutschlands. Mit dem eBay-Klon Alando, den sie für 43 Millionen US-Dollar verkauften, und dem Klingeltonanbieter Jamba, der für 273 Millionen Dollar den Besitzer wechselte, legten die Samwers den Grundstein für ihr Imperium. Es umfasst mittlerweile einige der größten Shopping-Websites in Afrika, Lateinamerika, Indien, Russland und Südostasien mit rund 27.000 Mitarbeitern in rund 50 Ländern. In Europa lehrt Zalando dem stationären Handel das Fürchten und schmiedet Börsenpläne. Doch was ist das Geheimnis der Samwers? Wer ist dieses Trio, das mit ihrer Firma Rocket Internet Millionen verdient, an die Börse strebt und wie am Fließband neue Start-ups produziert? Joel Kaczmarek beobachtet die Samwers seit Jahren und hat mit ihnen und vielen ihrer Vertrauten gesprochen. Mit diesem Buch legt er die erste Biographie der Samwer-Brüder vor. …“

Presseinformation des Verlags:

Exklusives Insiderwissen.

Die Rockstars des Internets – wie die Samwer-Brüder
das größte Internet-Imperium der Welt aufgebaut haben.

„Sie sind smart. Sie sind intelligent. Sie sind skrupellos. Die Multimillionäre Oliver, Marc und Alexander Samwer sind die erfolgreichsten Internetunternehmer Deutschlands. Mit lukrativen Verkäufen des eBay-Klons Alando und des Klingeltonanbieters Jamba legten die Samwers den Grundstein für ihr Imperium, zu dem einige der größten Shopping-Websites in Afrika, Lateinamerika, Indien, Russland und Südostasien gehören. In Europa lehrt der Online-Versandhändler Zalando dem stationären Handel das Fürchten. Doch was ist das Geheimnis der Samwers? Wer ist dieses Trio, das mit der Firma Rocket Internet an die Börse strebt und wie am Fließband neue Start-ups produziert? Joel Kaczmarek beobachtet die Samwers seit Jahren und hat mit ihnen sowie vielen ihrer Vertrauten gesprochen. Mit diesem Buch, das am 21. August im FinanzBuch Verlag erscheint, legt er die erste Biografie der Samwer-Brüder vor.“

Eine Leseprobe:

Einleitung

Wie dieses Buch entstand

„Ich war in einer Zeit zu Gründerszene gestoßen, als das Internetgeschäft in Deutschland nach wie vor die Folgen der geplatzten Internet-Spekulationsblase zu spüren bekam. Der Szene wurde mit Skepsis begegnet, und eine Handvoll Unternehmer hatten die weitgehend am Boden liegende, nahezu familiäre Branche zu großen Teilen unter sich aufgeteilt. Da die Samwers zu jenen wenigen Akteuren zählten, die diesem Trend antizyklisch begegneten, indem sie fleißig in deutsche Start-ups investierten, war ihnen eine wichtige Rolle in dieser Übergangsphase sicher. Mit der Zeit hatten sich insbesondere an Deutschlands wohl bedeutendstem Internetstandort Berlin unterschiedliche Lager herausgebildet, die sich einerseits aus gewachsenen Personen-Netzwerken speisten, sich andererseits aber auch an der Frage entzweiten, ob es verwerflich sei, wenn sogenannte »Copycats«, Kopien erfolgreicher Internetfirmen, ihren Machern viel Geld bescherten.

Nachdem ihre ersten Gründungsvorhaben noch sehr idealistisch und von einer tiefen Zuneigung zum Silicon Valley geprägt waren, hatte der wirtschaftliche Erfolg die Samwers ins Lager der Copycat-Anhänger gedrängt. Wie Sie später noch sehen werden, ist den drei Samwer-Brüdern ein ausgemachter Hang zu Systematik und Geschwindigkeit zu eigen, weshalb das Ausrollen von Internetgeschäftsmodellen nach Blaupause für sie zum primären Betätigungsfeld wurde. Sie waren es, die das systematische Erzeugen von Firmenklonen für Deutschland quasi erfanden. Und es überrascht wohl nicht, dass der Ruf der Samwers daher äußerst umstritten ist. Zwar lassen sich ihre unternehmerischen Erfolge nicht von der Hand weisen, doch durch ihre dreisten Kopiermethoden und ihr oft rücksichtsloses Vorgehen haben sie sich viele Kritiker geschaffen. Immer wieder haben die Samwers durch das direkte Kopieren von Geschäftsideen auf sich aufmerksam gemacht und ihre Mitarbeiter ohne mit der Wimper zu zucken wieder vor die Tür gesetzt, wenn eine dieser Kopien nicht wirklich zünden wollte.

Jene Faszination und der Wunsch, ein gründliches Bild der deutschen Internetbranche insgesamt vorzulegen, haben mich zu diesem Buch motiviert. Das liegt auch daran, dass sich das Bild, das Gründerszene von den Samwers hatte, zusehends wandelte. Zum einen hatten sich durch die kritische, aber sachliche Berichterstattung des Magazins mit der Zeit solide Beziehungen zu zahlreichen hochrangigen Samwer-Mitarbeitern entwickelt, die durch ihren regen Austausch halfen, ein vollständigeres Bild von den Aktivitäten der Samwers zu zeichnen. Zum anderen wandelte sich das Vorgehen des Trios selbst. Waren sie zunächst vom banalen Kopisten zu ausgemachten Klonhelden aufgestiegen, folgte schon bald ein weltweiter Kreuzzug in exotische Entwicklungsnationen. Mir liegt deshalb am Herzen, die Entwicklung der deutschen Internetbranche einer breiteren Leserschaft nahezubringen und die Geschichte der Samwers in diesem Kontext zu erzählen. Ich möchte ihre Leistungen in einer Weise aufzeigen, die Verständnis für ihr Vorgehen vermittelt und gleichermaßen Raum lässt für all die skurrilen Anekdoten über die Brüder, die einen entweder schmunzeln oder den Kopf schütteln lassen.

Material dafür gibt es genug: Vier Jahre lang gehörte die Arbeit dieser drei Internetverrückten zu meinem Alltag. Ich berichtete über Eskapaden gleichermaßen wie über Geniestreiche und war Zeuge ihres schier grenzenlosen Erfolgshungers. Über ein Jahr lang führte ich anschließend intensive Hintergrundgespräche mit Dutzenden ehemaliger und aktiver Samwer-Funktionäre, wälzte Tausende Seiten in Börsendokumenten und Firmenunterlagen, bereitete die Befunde aus meiner journalistischen Tätigkeit auf und rezipierte auch sonst jeden Beitrag, jedes Interview und jeden Artikel, den ich zu den Samwers finden konnte. Ich trat in Dialog mit den Samwers und versuche nun jenes Bild zu zeichnen, mit dem sich das große Ganze nachvollziehen lässt und das auch anderen eine Anleitung für die Verwirklichung ihrer unternehmerischen Träume sein kann. Denn von den Samwers lässt sich so einiges lernen: wie sich wirtschaftlicher Erfolg einstellen kann und um welchen Preis dieser Erfolg durchgesetzt wird.

Was die Samwers so interessant macht

Bereits seit einigen Jahrzehnten blickt Deutschland auf eine Historie aus vielen erfolgreichen Einzelhandelsunternehmen wie Aldi, Lidl, Tengelmann, Rewe, Otto, dm oder Rossmann zurück – Firmendynastien, hinter denen erfolgreiche Unternehmer stecken, die das Antlitz der deutschen Wirtschaft prägten, den Aufschwung der Bundesrepublik begleiteten, sich aber trotzdem mit dem digitalen Geschäft nach wie vor schwertun. Wie kommt es, dass drei Brüder aus Köln all diesen Superreichen, diesen Urgesteinen des Handels, vormachen, wie das Verkaufen zur Zeit des Internets funktioniert? Denn die Samwers mauserten sich als Macher hinter Deutschlands erfolgreichstem E-Commerce-Unternehmen Zalando zu waschechten Händlern und passen inzwischen in diese Reihe prominenter Einzelhändler. Sie sind es, die mittlerweile die Zukunft des Handels gestalten und damit zu einer Art »Aldi-Brüder der Gegenwart« avancieren. Mit Zalando erbrachten sie den Beweis, dass sie zu den ersten deutschen Unternehmern zählen, die auch mit den veränderten Marktmechanismen des Internets in der Lage sind, einen relevanten Einzelhandel zu etablieren. Alexander, Marc und Oliver Samwer sind nichts Geringeres als die ersten relevanten Gründerpersönlichkeiten seit der Entstehung von SAP. Sie gehören in eine Reihe erfolgreicher Unternehmerdynastien, zu denen Konzerne wie die Otto-Gruppe, der Springer-Verlag, das Familienunternehmen Tengelmann, das Albrecht-Imperium, der Siemens-Konzern oder eben SAP und einige andere zählen.

Und dabei haben sie nicht nur im Technologiesegment Erfolg, sie treten gleichzeitig das Erbe erfolgreicher Händlerdynastien an. Der Themenkomplex Samwer ist durch deren unternehmerische Vision und die damit verbundene inhaltliche Brisanz nicht nur spannend und kontrovers, sondern auch mysteriös. Gleichzeitig sind die Samwers der breiten Bevölkerung bisher kaum bekannt, obwohl ein Großteil der Bundesbürger bereits Kontakt mit ihren Produkten hatte.

Immer wieder ist in den Medien zu hören, dass die Deutschen, sonst das Volk der Dichter und Denker, im Internet- und Technologiebereich keine Rolle spielten. Dabei haben die Samwers mit ihrem Großprojekt Rocket Internet längst einen Weltmarktführer etabliert, der wirtschaftliche Erfolge feiert und weltweit das Gründungsgeschehen systematisch dominiert. Gleichzeitig drängen sich unterschiedliche Fragen auf: Was genau ist das Erfolgsgeheimnis der Samwers und ist es replizierbar? Bedarf es bestimmter negativer Charakterzuge, um derart erfolgreich zu sein? Wie sähe ihre Schaffenskraft aus, wenn sie ohne diese destruktiven Komponenten agierten?

Um es vorwegzunehmen: Das System Samwer funktioniert nach bestimmten Gesetzen, die einander bedingen und deren Funktionieren nicht mehr gewährleistet wäre, würde ein Element fehlen. Auch andere Erfolgsgründer der letzten 100 Jahre waren sicherlich keine Engel. …“

Pressestimmen:

  • www.media-spider.com, 09/2014: „…“
  • Oliver Samwer über sich selbst: „Ich bin der aggressivste Mann im Internet – ich würde sterben, um zu gewinnen, und von euch erwarte ich das Gleiche!“

Eigene Meinung:

Treffend beschreibt der Autor Joel Kaczmarek in seinem Buch »Die Paten des Internets« die Samwer-Brüder als ein dreidimensionales Kontinuum aus Umsetzungsstärke, strategisch-analytischer Intelligenz und überbordendem Verkaufstalent (S. 15). Er deckt umfassend und detailliert auf, wie radikal die Methoden der Samwer-Brüder zur  rasanten Umsatzsteigerung, insbesondere nach dem Earn-Out-Prinzip, sind – natürlich immer zu ihren Gunsten, denn nach dem endgültigen Exit bleibt meist ein fragiles Kartenhaus zurück, das schnell zerfällt.

Aber auch wenn alle Samwer-Brüder auf Profit aus sind, bemerkt des Leser bei der Lektüre des Buches schnell, dass sich die Brüder doch voneinander unterscheiden. Marc und Oliver Samwer arbeiten nach dem Motto »Hauptsache entscheiden, Hauptsache schnell« (S. 28). Alexander Samwer ist eher der akribische der drei und arbeitet jede Entscheidung möglichst risikoarm aus.

Joel Kaczmarek hat sein Buch in die sechs wichtigsten Abschnitte aus dem Leben der Brüder gegliedert, sodass der Leser alle Meilensteine der »Samwer-Geschichte« nachvollziehen und -lesen kann:

  1. Alando – das attraktivste Geschäftsmodell.
  2. Jamba – vom Handyportal zur Klingeltonschleuder.
  3. European Founders Fund (EFF) – von Gründern für Gründer.
  4. Rocket Internet.
  5. Die Ära Groupon
  6. Zalando – die Entstehung eines E-Commerce Riesen.

Fazit:

Der Autor hat durch eine umfassende Recherche und Befragung vieler Beteiligten eine 400 Seiten lange, äußerst brillante Analyse und Dokumentation über das Schaffen der Samwer-Brüder geschrieben, die man gar nicht mehr aus der Hand legen kann.

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„Im Handel hört alle Freundschaft auf,
im Handel sind alle Menschen die bittersten Feinde.“

Georg Weerth (1821 – 1856),
deutscher Kaufmann, Erzähler, Lyriker und Feuilletonist.

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Buchcover:

Die Paten des Internets: Zalando, Jamba, Groupon - wie die Samwer-Brüder das größte Internetimperium der Welt aufbauen - von Joel Kaczmarek ist erschienen im FinanzBuch Verlag

Die Paten des Internets: Zalando, Jamba, Groupon - wie die Samwer-Brüder das größte Internetimperium der Welt aufbauen - von Joel Kaczmarek ist erschienen im FinanzBuch Verlag

Verlag: FinanzBuch Verlag (12. September 2014).
Seitenanzahl: 400 Seiten.
Bindung: Gebundene Ausgabe.
ISBN-10: 3-898-79880-1.
ISBN-13: 9-783898-79880-8.
Preis: EUR 19,99.

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